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CeBIT macht ab 2014 nur noch in Business

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Die CeBIT ändert einmal mehr ihre Ausrichtung und stellt sich bereits für das kommende Jahr als konferenzbegleitete IT-Messe für Fachbesucher neu auf. Das Konzept stellte der neue CeBIT-Vorstand Oliver Frese am heutigen Dienstag in Hannover vor. So soll die Zahl der Fachbesucher von zuletzt 82 Prozent weiter gesteigert werden, Endkunden will die Messe nicht mehr gezielt ansprechen. Der Neuausrichtung fällt auch der Messe-Samstag zum Opfer: Schon im nächsten Jahr wird die CeBIT von Montag bis Freitag (10. bis 14. März 2014) und damit nur noch an Werktagen öffnen. Auch die Eintrittspreise ziehen kräftig an: Mit 60 Euro soll ein Tagesticket gut die Hälfte mehr kosten als noch in diesem Jahr (39 Euro).

Die Neuausrichtung findet unter dem Motto "IT. Business. 100%" statt. Mit dem Schritt wolle sich die Messe auf ihren "Markenkern" konzentrieren, erklärten Frese und Bitkom-Präsident Dieter Kempf in Hannover. Damit ist auch das bisherige Vier-Säulen-Modell Geschichte, in dessen Rahmen die "CeBIT Life" auch Raum für Verbraucherthemen, Musik und Spiele bot. Der damals neue Messe-Chef Frank Pörschmann hatte die vier Säulen als Abkehr von einer eher am Business orientierten Strategie erst zur CeBIT 2011 eingeführt.

Der neue CeBIT-Chef Oliver Frese (2.v.l.) und Bitkom-Präsident Dieter Kempf (2.v.r.) stellen das neue Messekonzept vor.

(Bild: heise online )

Inzwischen musste Pörschmann gehen, und mit dem neuen Messechef vollzieht die CeBIT nun abermals die Wende zur Business-Veranstaltung. Bereits in den vergangenen Jahren sei der Anteil der Fachbesucher jedes Jahr gestiegen, erläuterte Frese. Wie wichtig die Messe für die Branche sei, zeige auch die Tatsache, dass mehr als jeder Zweite (60 Prozent) der Fachbesucher keine andere IT-Messe besuche.

Auch in Bezug auf den Aufbau soll die CeBIT 2014 umorganisiert werden. So wird die Messe künftig in acht Themenbereiche strukturiert, darunter etwa IT-Services, Security sowie Infrastructure & Data Centers. Ergänzt werden sie durch gesonderte Bereiche wie etwa der bekannte Planet Reseller für den direkten Kontakt zwischen Herstellern und Händlern oder "Job and Career at CeBIT" für den Kontakt mit dem Nachwuchs. Das Konzept TectoYou, in dem Schüler und Studenten an die IT-Unternehmen herangeführt werden sollen, übernehme man von der Hannover Messe.

Rückblickend auf die Veränderung der CeBIT in den vergangenen Jahren stellte Kempf fest, man habe sich um die Jahrtausendwende sicher keinen Gefallen getan. Statt an Entscheider zu denken habe man an den Ständen eine große Show inszeniert. Um die Bedürfnisse der Entscheider soll es aber nun in erster Linie gehen. So kämen auch einflussreiche Vertreter der US-IT-Industrie eher auf die CeBIT.

Die Neuausrichtung der CeBIT folgt nur wenige Wochen auf den Abschied des ehemaligen CeBIT-Chefs Frank Pörschmann. Der musste auf Drängen des Aufsichtsrats seinen Posten verlassen. Ihm wurde eine millionenschwere Fehlkalkulation beim Bau einer neuen Multifunktionsarena angelastet, genauso wie eine mangelnde Kommunikation in den Aufsichtsgremien. Pörschmann war 2010 von IBM zur Deutschen Messe AG gekommen und Ende 2011 war bekannt geworden, dass er die Verantwortung für die weltgrößte Computermesse übernehmen sollte.

In diesem Jahr hatte die CeBIT zwar erneut deutlich an Besuchern eingebüßt, aber ihre Qualität laut den Veranstaltern verbessert. Insgesamt kamen rund 285.000 auf das Gelände in Hannover, rund 9 Prozent weniger als 2012. Die Dichte an Managern mit Entscheidungsmacht hätte aber zugenommen, genauso wie der Anteil der Fachbesucher. Außerdem sei das Leitthema Shareconomy ein großer Erfolg gewesen. (mho)

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