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CeBIT soll "grün" werden

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Mit einem neuem Gesamtkonzept und dem Sonderschwerpunkt Umwelt sucht die Computermesse CeBIT 2008 neuen Schwung. Die drei Säulen "Business Solutions" (Angebote für Unternehmen), "Public Sector Solutions" (Angebote für öffentliche Dienste) und "Home and Mobile Solutions" für mobile Kommunikation und Heimbedarf werden räumlich und inhaltlich klar getrennt. Die Aussteller wollten keine Standpaläste mehr, sagte Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe Hannover, heute in Paris. Die Besucher suchten nicht einzelne Komponenten, sondern Lösungen. Aussteller müssen sich umstellen, denn sie könnten nun auf mehreren Ständen vertreten sein. Für die bessere Planung will die CeBIT Daten von Besuchern und Ausstellern zusammenbringen.

Zur Eröffnung der CeBIT, die vom 4. bis zum 9. März 2008 laufen soll, werden Microsoft-Chef Steve Ballmer und der französische Präsident Nicolas Sarkozy in Hannover erwartet. Frankreich, nach Großbritannien zweitgrößter Handelspartner der deutschen IT-Branche, ist 2008 Partnerland der weltgrößten Messe für Computer- und Informationstechnik. 2007 waren 106 Aussteller aus Frankreich auf der CeBIT vertreten, das sei angesichts der Gesamtausstellerzahl relativ gering, sagte Raue. Nächstes Jahr werde sich das ändern.

Die CeBIT wird einen Tag kürzer als bisher und endet an einem Sonntag. Wegen des wachsenden Beratungsbedarfs der Geschäftskunden solle der Kongressbereich kräftig ausgebaut werden. Die Verschiebung des Messe-Endes auf das Wochenende biete Gelegenheit, an diesen beiden Tagen die "Luftballonträger" zu ihrem Recht kommen zu lassen, während die anderen Tage dem Business vorbehalten sein sollten. Die Messe wolle Privatanwender nicht komplett verbannen, denn private und berufliche Computernutzung wachse zusammen. Zudem plant die Messe, gezielt Jugendliche anzusprechen, unter anderem mit dem Programm IT-Fitness von Microsoft. Am Samstag, 8. März, dem Weltfrauentag, sollen Frauen freien Eintritt haben.

"Green IT ist der Megatrend auf der Messe", sagte Raue. Mit einem besonderen Kongressprogramm und der Bündelung der Lösungsansätze im "Green-IT-Village" werde die Umwelt ein besonderer CeBIT-Schwerpunkt. Dabei geht es um die Energieeffizienz von Rechnern ebenso wie um den Einsatz von Informatik zur Steigerung der Umwelteffizienz unternehmerischer Prozesse. Die Hälfte der laufenden Kosten von Rechenzentren entfalle auf den Energieeinsatz, erklärte Yann Weber vom CeBIT-Partner Rittal. Auf dem Messegelände soll auch ein "grünes Rechenzentrum" ausgestellt werden.

Mit 72,5 Milliarden Euro Umsatz stellt die Informationstechnik den größten Anteil der "digitalen Branche" vor der Telekommunikation mit 64,8 Milliarden und der Unterhaltungselektronik mit 10,5 Milliarden. Zur Wachstumsbremse wurde für viele Anbieter der Arbeitskräftemangel. 40.000 Stellen könnten nicht besetzt werden, sagt Raue. Die CeBIT organisiert für die Unternehmen deshalb einen "recruting day", also einen Tag, an dem Arbeitsuchende in Kontakt zu Unternehmen gebracht werden. Raue bezeichnete dies als "größtes Assessment-Center der Welt".

Die CeBIT war im Frühjahr in die Negativ-Schlagzeilen gekommen, weil ihr große Unternehmen wie Nokia den Rücken gekehrt hatten. Zudem hatten viele Firmen moniert, das Konzept der CeBIT sei unklar und die Kosten zu hoch. Für 2008 sagte der Mobilfunkanbieter O2 ab. Für die kommende Messe mochte Raue keine Prognosen über die Ausstellerzahl abgeben. Ohnehin sei die Qualität wichtiger als die Quantität. Zu der Konkurrenz zur Internationalen Funkausstellung sagte Raue nur vage, man werde auch in Zukunft nebeneinander leben. Die CeBIT-Besucher kämen nicht wegen eines einzelnen MP3-Players auf die Messe. (anw)

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