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CentOS veröffentlicht Klon von Red Hat Enterprise Linux 5

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Vier Wochen nach der Veröffentlichung von Red Hat Enterprise Linux 5 (RHEL5) hat das CentOS-Projekt die Version 5 seiner Distribution für x86- und x64-Systeme zum kostenlosen Download freigegeben. Sie soll vollständig kompatibel zum kommerziellen RHEL5 sein, dessen Quellen die Basis für CentOS5 bilden. Das CentOS-Projekt plant seine Distributionen genauso wie Red Hat bei RHEL rund sieben Jahre lang zu pflegen und bewies sein Können bereits mit Nachbauten von älteren RHEL-Versionen. Anfangs zählen zu den Updates von RHEL und CentOS auch Erweiterungen, die neue Funktionen nachrüsten, wohingegen sich die Updates zum Ende der Supportzeit im Wesentlichen auf die Korrektur schwerwiegender Fehler konzentriert.

Kleinere Unterschiede zum großen Vorbild gibt es aber: So muss das CentOS-Projekt durch Trademarks geschützte Bestandteile wie Red-Hat-Logos im Nachbau entfernen. Zum Einspielen von Updates kommt ferner nicht das Red Hat Network (RHN) zum Einsatz, sondern yum, das auch das Fedora-Projekt nutzt, dessen Distribution zu weiten Teilen als Basis für RHEL dient. Da das RHN-Update-Programm seit RHEL5 aber unter der Haube ebenfalls yum einsetzt, dürfte dieser Unterschied in der Praxis zu vernachlässigen sein. Ferner vereint CentOS5 die verschiedenen RHEL5-Varianten für Server und Desktops (beides mit oder ohne Virtualisierung) in einer Distribution, sodass man bei der Installation auswählen kann, ob man den Software-Umfang für nur einen einfachen Desktop, eine Workstation oder einen Server will.

Die Besonderheiten von CentOS-5 finden in der Veröffentlichungsmail und den CentOS Release Notes Erwähnung – in den Release Notes sind zudem alle Unterschiede zur bei CentOS "Upstream OS Provider" (UOS) genannten Basis-Distribution RHEL5 genau aufgeführt. Über die Neuheiten der Distribution selbst informieren die von RHEL5 übernommenen Release Notes – prinzipiell sollten aber auch allgemeine RHEL5-Informationen wie etwa der heise-open-Artikel zu RHEL5 weitgehend auch für CentOS5 gelten.

Die kostenlos erhältlichen und durch die Community gepflegten Distributionen des CentOS-Projekts zählen wohl zu den bekanntesten RHEL-Nachbauten und sind selbst wieder Basis für andere Distributionen – etwa Unbreakable Linux von Oracle. CentOS ist jedoch nur eine von vielen, meist kostenlos erhältlichen RHEL-Nachbauten – Scientific Linux zählt noch zu den bekannteren, StartCom Linux, Whitebox Linux, Tao Linux oder Lineox Enterprise Linux sind nur einige der weiteren. Vergleichbare Projekte, die Nachbauten vom RHEL-Konkurrenten Suse Linux Enterprise Linux pflegen, existieren nicht. (thl)