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CentOS veröffentlicht kostenlosen Klon der Linux-Distribution RHEL 7.2

Das neue CentOS bringt einen moderneren Gnome-Desktop und verbessert die Netzwerkperformance. In Kürze soll auch eine für 32-Bit-x86-Systeme geeignete Version der Linux-Distribution erscheinen, die bis 2024 gepflegt wird.

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KDE-Live-Ausführung von CentOS 7.2

Das CentOS-Projekt hat seinen Nachbau der vor dreieinhalb Wochen veröffentlichten Red Hat Enterprise Linux 7.2 vorgestellt. Das kostenlos erhältliche CentOS 7.2 bringt alle Neuerungen, die Red Hat in die Überarbeitung seiner in einem Abo-Modell vertriebenen Distribution integriert hat. Darunter ist etwa eine modernere Desktop-Oberfläche, denn bei Version 7.2 hat Red Hat den Gnome-Desktop von 3.8 auf 3.14 aktualisiert – ein Novum bei der oft RHEL abgekürzten und auf Unternehmenskunden ausgerichteten Distribution.

Verbesserte Netzwerkperformance, Unterstützung für Data Center TCP (DCTCP) und modernere Container-Werkzeuge zählen zu den weiteren Neuerungen, die RHEL 7.2 und somit auch CentOS 7.2 auszeichnen. Beide Distributionen erhalten bis zum Juni 2024 Korrekturen für Sicherheitslücken.

Das neue CentOS steht ab sofort über zahlreiche Server zum Download bereit. Bislang allerdings nur in einer Version für 64-Bit-x86-Systeme. Eine Variante für ARMv8 (Aarch64/ARM64) befindet sich noch in der Testphase und soll in den nächsten Tagen erscheinen. Selbiges gilt für Ausführungen, die auf 32-Bit-x86- und ARMv7-Prozessoren laufen; dabei handelt es sich um vom CentOS-Projekt selbst vorgenommene Portierungen, denn RHEL7 gibt es für die Architekturen nicht.

Die Version für x86-32-Systeme gibt es erst seit Oktober. Das von Red Hat selbst gesponserte CentOS-Projekt stellt auch noch andere Angebote, die der amerikanische Distributor nicht oder nur kostenpflichtig anbietet. So gibt es seit einigen Tagen ein Repository, um einen Storage-Server mit CentOS und dem neuesten Gluster aufzusetzen. Das CentOS-Projekt pflegt zudem Pakete, mit denen man aktuelle OpenStack-Version einrichten kann.

Beim Wettrennen der drei großen RHEL-Kloner war das CentOS-Projekt diesmal Zweiter, denn Oracle hat seinen kostenlosen RHEL-7.2-Nachbau bereits im November freigegeben. Scientific Linux arbeitet noch am einem 7.2-Klon. (thl)