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Cheat-Software-Hersteller zahlt 6 Millionen US-Dollar an Blizzard

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Der Software-Hersteller MDY Industries hat sich in einem Rechtsstreit um das Bot-Programm Glider für das Online-Rollenspiel World of Warcraft mit Blizzard Entertainment und Vivendi Games auf eine Schadenersatzzahlung von 6 Millionen US-Dollar geeinigt. Das Bezirksgericht in Arizona hat die Einigung bereits anerkannt, wie das Rechtsblog Virtually Blind dokumentiert.

Die Einigung folgt einem Zwischenerfolg für Blizzard im Juli in dieser Sache, als der Richter den Einsatz von Cheat-Software als Verstoß der Nutzer gegen die WoW-Lizenzbedingungen beurteilte. Der Prozess ist nun noch nicht abgeschlossen. Das Gericht will im Januar darüber verhandeln, ob MDY mit Glider gegen den US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act verstoßen hat und ob MDY-Gründer Michael Donnelly persönlich haften muss.

Blizzard und Vivendi Games hatten vor Gericht geltend gemacht, dass Glider-Bots, also Software, die bestimmte Aufgaben automatisch erledigt, die Zeit verkürzt, in der ein Spieler auf die nächste Spielstufe gelangt. Ein rund um die Uhr spielender Bot bräuchte lediglich einen Monat, um zum höchsten Level aufzusteigen. Menschliche Spieler hingegen benötigten bei zwei Stunden Spielzeit pro Tag acht Monate dafür und zahlten somit sieben Monate länger jeweils 15 US-Dollar Teilnahmegebühren. Bei 100.000 verkauften Glider-Bots errechnete der Kläger Umsatzeinbußen von 10,5 Millionen US-Dollar (6,7 Millionen Euro) wegen verkürzter Abonnementszeiten. Mit dieser Forderung konnte sich Blizzard nun nicht durchsetzen. (anw)