Menü

"Chef-Masche": Litauer soll Tech-Firmen um mehr als 100 Millionen US-Dollar betrogen haben

Identität, Unterschrift, Firmenname - alles nur geklaut. Indem er sich als Geschäftspartner ausgegeben hat, konnte ein Mann aus Litauen mutmaßlich zwei "international tätige" US-Technologieunternehmen um mehr als 100 Millionen US-Dollar betrügen.

Tastatur

(Bild: dpa)

Mit Hilfe gefälschter E-Mails soll ein mutmaßlicher Betrüger nach Angaben des US-Justizministeriums zwei große US-Technologieunternehmen um mehr als 100 Millionen US-Dollar erleichtert haben. Ein bereits in der vergangenen Woche festgenommener 48-jähriger Litauer gilt als dringend tatverdächtig. Ihm wird vorgeworfen, sich online als Vertreter eines bekannten asiatischen Hardware-Herstellers ausgegeben und in dessen Namen unter anderem Rechnungen verschickt zu haben. Die daraufhin geleisteten Zahlungen aus den USA gingen auf von ihm kontrollierten Bankkonten ein.

Welche beiden US-Firmen von dem Betrug betroffen sind, ist bislang unklar. Das US-Justizministerium teilte lediglich mit, es handele es sich um "ein international tätiges Technologie- und ein international tätiges Social-Media-Unternehmen". Laut cnet haben bislang weder Facebook noch Twitter eine entsprechende Anfrage kommentiert.

Der Fall ist ein weiteres Beispiel für die Chef-Masche, die bereits im vergangenen Jahr für Schlagzeilen sorgte. So wurde unter anderem der Autozulieferer Leoni in einem ähnlichen Fall um rund 40 Millionen Euro erleichert.

Um den beiden jetzt betroffenen US-Unternehmen gegenüber möglichst glaubwürdig zu erscheinen, soll der Litauer eine Firma mit dem Namen des asiatischen Hardware-Herstellerin in Lettland nebst verschiedenen Bankkonten in Lettland und Zypern angemeldet haben. Mit Hilfe von Phishing-E-Mails verschaffte er sich anschließend Zugang zu vertraulichen Dokumenten und Unterschriften. Mit diesen Informationen veranlasste er im Namen von Mitarbeitern des asiatischen Unternehmens die Geschäftspartner in den USA zur Zahlung von vermeintlich legitimen Rechnungen auf die von ihm kontrollierten Konten.

Von Litauen und Zypern aus verteilte der Angeklagte das Geld rasch weiter – unter anderem in die Slowakei, nach Ungarn und Hong Kong. Offenbar dauerte es rund zwei Jahre, bis das illegale Geschäftsmodell aufflog.

Jetzt drohen dem derzeit in Litauen inhaftierten Mann bis zu 20 Jahre Haft. Laut Aussage des US-Justizministeriums habe sich der Mann des Überweisungsbetruges, der Geldwäsche und des Identitätsdiebstahls schuldig gemacht. "Dieser Fall sollte ein Weckruf an alle Unternehmen sein", sagte Anwalt Joon Kim. (msi)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige