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Chefregulierer Kurth kritisiert Call-by-Call im Ortsnetz

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Matthias Kurth, Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, sorgt sich um den Wettbewerb im Ortsnetz. In einem Gespräch gegenüber der Financial Times Deutschland kritisierte er die Forderung der Europäischen Union nach Einführung von Call-by-Call-Gesprächen im Ortsnetz. Er bezeichnete die Maßnahme als für Deutschland wenig geeignet, im Ortsnetz einen Infrastrukturwettbewerb zu schaffen.

Seit Einführung von Call-by-Call bei Ferngesprächen 1998 war es zu einem heftigen Preiskampf gekommen. Die Gebühren ließen teilweise um 95 Prozent nach. Dadurch wurde gleichzeitig erschwert, dass die Telekom-Konkurrenten eigene Netze aufbauten. Stattdessen nutzen sie die Leitungen der Telekom und kaufen Gesprächseinheiten ein. Kurth meint, dass sich der Wettbewerb im Ortsnetz unter anderem durch den Ausbau der Fernsehbreitbandkabelnetze, die Telefondienste zulassen, und durch Anmietung von Telefonleitungen der Deutschen Telekom weiter entwickelt.

Die Deutsche Telekom, die im Ortsnetz rund 98 Prozent Marktanteil hat, lehnt Call-by-Call ab, weil es dann auch im Ortsnetz zu einem heftigen Preiskampf kommen würde. Dieser Ansicht ist Kurth allerdings nicht. Es werde nicht zu derart harten Einschnitten kommen wie bei Ferngesprächen. Die Preise würden nur leicht fallen, da bei Ortsgesprächen weniger Umsatz gemacht werde. (anw)