Chefwechsel bei Nokia

Rajeev Suri gibt seinen Job als CEO beim finnischen Netzwerkausrüster ab.

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Chefwechsel bei Nokia

Nokia-Zentrale in Espoo, ca. 20 km westlich von Helsinki.

(Bild: Nokia)

Von
  • Andreas Wilkens

Der Netzwerk-Ausrüster Nokia wechselt mitten im Kampf um entscheidende Aufträge zum 5G-Ausbau den Chef aus. Zum 1. September soll Pekka Lundmark den Spitzenjob von Rajeev Suri übernehmen, wie das finnische Unternehmen am Montag mitteilte. Lundmark ist aktuell Chef der Energiefirma Fortum, ist aber ein Nokia-Rückkehrer: Er war einst unter anderem für die Strategie in der Netzwerk-Sparte verantwortlich.

Nokia hatte sein Handy-Geschäft und den Kartendienst Here verkauft und sich komplett auf das Ausrüsten von Telekommunikationsnetzen konzentriert. Dafür übernahm Nokia nicht nur komplett das Geschäft des langjährigen Partners Siemens, sondern kaufte auch den Konkurrenten Alcatel-Lucent. Suri übernahm vor gut zehn Jahren die Führung der Netzwerk-Sparte und 2014 auch des gesamten Konzerns. Suri habe den Aufsichtsrat vor einiger Zeit über seinen geplanten Rücktritt informiert und gemeinsam mit ihm nach einem Nachfolger gesucht, teilte Nokia mit.

Das Netzausrüster-Geschäft ist umkämpft. Die Schwergewichte Ericsson und Nokia spüren den Preisdruck von chinesischen Konkurrenten wie Huawei und ZTE. Nokia schloss das vergangene Jahr mit einem mageren Gewinn von 7 Millionen Euro ab – nach einem Verlust von 340 Millionen Euro 2018.

Ein Faktor für Nokias Zukunft könnte werden, welche Rolle Huawei beim Ausbau der 5G-Netze in Europa spielt. Vor allem die USA warnen vor einer Gefahr von Spionage und Sabotage mithilfe von Huawei-Technik und machen Druck auf Verbündete, den Konzern vom Netzausbau auszuschließen. Huawei weist die Vorwürfe zurück.

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Zuletzt zeichnete sich in Europa der Kurs ab, "risikobehaftete Anbieter" aus dem Kern der Netze herauszuhalten, aber in der Rand-Infrastruktur zuzulassen. Da Telekommunikationsfirmen traditionell mindestens zwei Lieferanten haben wollen, könnte das Nokia helfen, sich neben Ericsson einen festen Platz in 5G-Netzen zu sichern.

Bloomberg interpretiert Nokias Chefwechsel ähnlich wie bei strauchelnden Sportmannschaften, die ihren Trainer wechseln. Vorige Woche berichtete die Finanznachrichtenagentur, es werde gemunkelt, Nokia wolle Teile seines Geschäfts verkaufen oder ganz mit einem anderen Unternehmen zusammengehen. (mit Material der dpa) / (anw)