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China: Nasen-OP erzwingt neue Identität

Da Gesichtserkennungsverfahren nicht mehr funktionierten, musste sich eine Frau aus Wenzhou nach einer Schönheitsoperation überall neu anmelden.

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(Bild: Neosiam32896395/Shutterstock.com)

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Eine chinesische Frau musste nach einer Schönheitsoperation neue Authentifizierungen bei zahlreichen Diensten in Land beantragen. Grund ist der breite Einsatz von Gesichtserkennungsverfahren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Gesichtserkennung ändert alles"). Dabei ersetzen biometrische Merkmale traditionelle Passwortsysteme, Ausweise oder RFID-Karten, wie man sie aus anderen Ländern kennt. Auf den ersten Blick ist dies sehr bequem.

China ist in Sachen Biometrie ein weites Experimentierfeld: In keinem Land der Erde wird die Gesichtserkennung offensiver am Endkunden getestet und eingesetzt. Egal ob beim Bezahlen am Automaten, beim Betreten eines Bahnsteigs, dem Hotel-Check-In, dem Sicherheitsschloss im Büro oder dem Einkauf in manchem Supermarkt – überall kommen Systeme zum Einsatz, die es den Nutzern besonders einfach machen sollen. Einmal in die Kamera gucken, fertig, heißt die Devise.

Die Frau aus der chinesischen Stadt Wenzhou wurde unter anderem aus Payment-Diensten und Online-Shopping-Anwendungen ausgeloggt. Der Arzt der Betroffenen sagte, nach der Operation habe es "große Unterschiede" gegeben, da "viele zentrale Parameter" geändert worden seien. Hauptsächlich kümmerte sich der Chirurg allerdings um die Nase. Dennoch habe selbst ihre Mutter die Dame zunächst nicht wiedererkannt: "Mein ganzes Gesicht sieht anders aus", sagte sie dem Lokal-TV. Sie sei trotz der vielen Umstände jetzt zufrieden.

Der Arzt empfahl der Frau, sich einfach neu identifizieren zu lassen – wobei es dabei zu Schwierigkeiten kommen könnte, weil sich die Frau komplett neu ausweisen muss. China betreibt zentrale Gesichtsdatenbanken, auf die Firmen auch zugreifen können – manche nutzt aber auch selbst angefertigte Aufnahmen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)