China erlässt eigene Vorschriften für TikTok-Verkauf

Nicht nur das Weiße Haus, auch Peking kann Regeln erlassen. Über neue Exportbeschränkungen möchte Chinas Regierung beim Verkauf TikToks mitreden.

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(Bild: rongyiquan/Shutterstock.com)

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  • Daniel AJ Sokolov (mit Material der dpa)

Neue chinesische Export-Beschränkungen könnten den Verkauf der Video-App TikTok erschweren. Donald Trump hat durch eine Verfügung Verhandlungen über den Verkauf TikToks erzwungen. Die App gehört dem chinesischen Konzern ByteDance. Gemäß neuen Regeln der Volksrepublik dürfen unter anderem "IT-Technik mit Personalisierung auf Basis von Datenanalyse" sowie Bedienung mit Hilfe Künstlicher Intelligenz nur mit Erlaubnis Pekings ins Ausland verkauft werden.

Diese neuen Regeln, die auch TikTok betreffen, hat das chinesische Handelsministerium am Freitag veröffentlicht. US-Präsident Donald Trump bezeichnet TikTok als Sicherheitsrisiko, weil über die App chinesische Geheimdienste und Militärs Zugriff auf Daten amerikanischer Nutzer bekommen könnten. Unter Verweis darauf hat er Anfang August amerikanischen Firmen und Bürgern Geschäfte mit TikTok untersagt. Das Verbot soll Mitte September greifen. Ohne Verkauf droht TikTok damit das Aus in den USA.

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TikTok weist den Vorwurf zurück. Da der Dienst in der Volksrepublik nicht verfügbar ist, würde chinesisches Recht TikTok nicht berühren. Die Daten seien sicher. Inzwischen hat TikTok Klage gegen Trump eingereicht. Außerdem hat ein amerikanischer TikTok-Mitarbeiter, der sein Gehalt ohne Knastgefahr erhalten möchte, Trump verklagt.

Walmart will zusammen mit Microsoft TikTok übernehmen – obwohl Microsoft-Mitgründer Bill Gates Microsoft vor einer TikTok-Übernahme warnt. Auch Twitter ist an TikTok interessiert, ebenso wie eine Gruppe von Wagniskapitalgebern gemeinsam mit Oracle.

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Der britische Investor Centricus ist gemeinsam mit Triller bereit, 20 Milliarden US-Dollar für die Übernahme des TikTok-Geschäfts in den USA, Australien, Neuseeland und Indien zu zahlen. Das hat Bloomberg am Freitag gemeldet. Triller ist ein US-Unternehmen, das ebenfalls eine Video-App betreibt, und gerne die vielen Millionen TikTok-User aufnehmen würde. In Indien ist TikTok allerdings seit Ende Juni gesperrt.

(ds)