China ernennt TD-SCDMA zum 3G-Mobilfunkstandard

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Das chinesische Ministry of Information Industry (MII) hat den 3G-Mobilfunkstandard TD-SCDMA zu einem nationalen Standard für die heimische Telecom-Industrie erklärt, meldet die Nachrichtenagentur Xinhuanet mit Bezug auf eine Mitteilung des MII. Der Agentur zufolge hat TD-SCDMA aus Sicht des Ministeriums inzwischen Produktionsreife erlangt.

Mit der Entwicklung des "Time Division Synchronous Code Division Multiple Access" genannten Verfahrens, das nicht kompatibel mit den in Europa (WCDMA) und Nordamerika (CDMA2000) verbreiteten 3G-Standards ist, suchte China nach einem Ausweg aus dem Dilemma, dass der Anteil von Lizenzgebühren am Gesamtpreis von Mobilfunkgeräten und -Infrastruktur höher ist als die eigene Wertschöpfung. Der führende TD-SCDMA-Entwickler, die chinesische Datang Telecom, beziffert die Kostenanteile bei der Produktion von WCDMA-Equipments auf 15 bis 20 Prozent an Lizenzgebühren, die an die ausländischen Entwickler wie Ericsson, Nokia oder Qualcomm abgeführt werden müssen, während die Gewinnmarge lediglich bei fünf Prozent liegt. Dies berichtet People's Daily Online.

Nach dem Willen des Vize-Informationsministers sollten TD-SCDMA-basierte Netze von "kompetenten" Netzbetreibern wie dem Festnetzgiganten China Telecom oder China Mobile, der inzwischen der weltgrößte Mobilfunkanbieter ist, betrieben werden, heißt es in dem Bericht. Entgegen der offiziellen Verlautbarungen habe ein Ungenannter eingeräumt, dass es weiterhin eine Menge Unsicherheiten um TD-SCDMA gebe, da die Verhandlungen zwischen chinesischen und ausländischen Mobilfunkausrüstern nur schleppend vorankämen. Dessen ungeachtet ist die Zahl der Mitglieder im chinesischen TD-SCDMA-Forum inzwischen dreistellig, und auch die ausländischen Ausrüster zeigen wachsendes Interesse am 3G-Rollout in China. Zu den ausländischen TD-SCDMA-Pionieren zählt Siemens, die seit 2000 in die Entwicklung dieses Standards investieren. Inzwischen haben sich zu dem Münchner Konzern weitere Branchengrößen, darunter Nokia mit einem Joint-Venture, hinzugesellt. (ssu)