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China eröffnet World of Warcraft ohne Blut und Knochen

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Nachdem das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" in China in Folge eines Providerwechsels für fast zwei Monate geschlossen war, hat der neue Betreiber NetEase Ende Juli seinen Betrieb mit einem Beta-Test mit über einer Million Teilnehmern aufgenommen. Zu der längeren Verzögerung war es offenbar gekommen, weil die General Administration of Press and Publication of the People's Republic of China (GAPP) die Darstellung von Blut und Knochen im Spiel moniert hatte. Wie das Online-Magazin MMOsite meldet, wurden in der neuen Version Knochen gegen Säcke getauscht und das Blut schwarz eingefärbt. Wie die MMOsite weiter meldet, könnte der Betrieb des Online-Spiels bald wieder an Activision Blizzard zurückgehen, weil die Welthandelsorganisation (WTO) chinesische Handelsbeschränkungen veruteilt habe, nach denen der Vertrieb audiovisueller Medien und Zeitschriften aus den USA nur durch chinesische Handelspartner erlaubt sei. Details zu der WTO-Entscheidung sollen am 12. August veröffentlicht werden.

In China existiert für Computerspiele kein System zur Altersklassifikation. Bereits 2007 hatten chinesische Behörden an einem WoW-Werbeplakat Anstoß genommen, auf dem Untote zu sehen waren. Der damalige Betreiber The 9 hatte daraufhin die Darstellung von Skeletten aus dem Spiel entfernt, um eine "gesunde und harmonische Online-Umgebung" zu gewährleisten.

Einer Untersuchung des China Internet Network Information Center zu Folge spielen in China über 200 Millionen Menschen Online-Spiele, rund zwei Drittel aller dortigen Internet-Nutzer. Die Zeit, die Internet-Nutzer in China vor dem Bildschirm verbringen, sei im vergangenen Jahr von 16,6 auf 18 Stunden pro Woche gestiegen. In Deutschland ist World of Warcraft vor allem wegen seiner angeblich suchtgefährdenden Wirkung in die Schlagzeilen geraten. (hag)

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