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China plant PCs und Notebooks mit chinesischem ARM-Chip FT-2000/4

China will die Abhängigkeit von US-Chips reduzieren: Noch 2019 sollen erste ARM-Rechner mit Phytium-CPU und Kylin OS kommen.

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Phytium 飞腾 FT-2000/4

(Bild: Phytium (Tianjin Feiteng, 天津飞腾))

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Tianjin FeiTeng Information Technology (Phytium), eine Tochterfirma von China Electronics (CEC), hat den ARM-Prozessor FT-2000/4 für Desktop-PCs und Notebooks entwickelt. Mehrere chinesische PC-Hersteller sollen noch 2019 Computer mit FT-2000/4 und dem ebenfalls chinesischen Betriebssystem Kylin auf den Markt bringen, darunter Lenovo.

Die 64-Bit-ARM-Kerne vom Typ FTC663 wurden unter anderem an der National University for Defense Technology (NUDT) entwickelt, stärkere Versionen des FT-2000 mit 64 Kernen kommen in Servern zum Einsatz.

Für den FT-2000/4 hat Phytium bereits einige Datenblätter veröffentlicht. Demnach wird der Quad-Core mit 16-Nanometer-Strukturen hergestellt, wohl vom taiwanischen Auftragsfertiger TSMC. Die Kerne sollen 2,6 bis 3 GHz Taktfrequenz erreichen. Je zwei Kerne teilen sich 2 MByte L2-Cache, ein L3-Cache für alle Kerne fasst 4 MByte.

Blockschaltbild eines PC mit Phytium FT-2000/4

(Bild: Phytium (Tianjin Feiteng, 天津飞腾))

Der eingebaute Speichercontroller steuert zwei DDR4-Speicherkanäle an. Für Grafik- und andere Zusatzchips stehen 34 PCIe-3.0-Lanes bereit, die etwa auch USB- und SATA-Controller anbinden. Ein Gigabit-Ethernet-Controller ist hingegen integriert.

Phytium erwähnt auch einen integrierten Sicherheitscontroller namens Phytium Security Platform Architecture (PSPA) für Trusted Computing und die chinesischen Kryptostandards SM2, SM3 und SM4.

Auch das Betriebssystem Kylin wurde an der NUDT entwickelt, ursprünglich für Supercomputer. Die aktuelle PC-Version Galaxy Kylin V4 (Kylin-4.0.2-sp3) läuft auch auch FT-2000/4-Systemen mit UEFI-Firmware und ACPI. Als kompatible Grafikkarten werden unter anderem einige Radeons von AMD genannt sowie die chinesische GPU Jingjia Micro JM7200. Kylin OS kann auch Android-Apps ausführen.

Schon der Phytium FT-1500/4 wurde in chinesischen Desktop-PCs eingesetzt. Es gibt auch einen Hersteller von x86-Prozessoren in China: Shanghai Zhaoxin lässt seine KaiXian-Chips wie den KX-5000 mit 28-nm-Technik von Shanghai Huali Microelectronics Corporation (HLMC) produzieren.

Auch bei Komponenten wie DRAM und Flash-Speicher will China die Abhängigkeit von Importen reduzieren und investiert Milliarden in eigene Fertigung und Technik: ChangXin Memory Technologies (CXMT) produziert nun erste DDR-SDRAM-Chips, Yangtze Memory Technologies (YMTC) Flash-Speicher.

Der CPU-Entwickler ARM, eine Tochter der japanischen SoftBank, hat seine chinesische Sparte in ein Unternehmen mit 51 Prozent chinesischer Beteiligung ausgegliedert. In China gibt es aber auch zwei Vereinigungen zur Förderung der offenen CPU-Mikroarchitektur RISC-V: Das China RISC-V Industry Consortium (CRVIC) und die China RISC-V Alliance (CRVA). Erste Mikrocontroller mit RISC-V-Kernen liefern die chinesischen Firmen Canaan (Kendryte) und GigaDevices bereits aus. (ciw)