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China späht angeblich PCs des Bundeskanzleramtes aus

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In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche PCs im Bundeskanzleramt, im Wirtschaft- und Forschungsministerium und im Auswärtigen Amt mit Trojanern infiziert, berichtet der Spiegel. Der Verfassungsschutz, der die betroffenen Rechner überwacht und nach eigenen Angaben den Diebstahl von 160 Gigabyte an Daten verhindert hatte, vermutet Hacker der chinesischen Volksbefreiungsarmee und damit den chinesischen Staat hinter den Angriffen, die weiterhin andauern. Die chinesische Botschaft in Berlin reagierte auf eine Anfrage heftig und sprach von einer "verantwortungslosen Spekulation ohne jede Beweisgrundlage".

Der Spiegel-Meldung zufolge beklagt der Verfassungsschutz in einem vertraulichen Bericht steigende Wirtschaftsspionage-Aktivitäten von Seiten Chinas und warnt besonders deutsche Mittelständler, die nach Aussage von Hans Elmar Remberg, dem Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, "ihr Netzwerk nicht durch eine aufwendige Sicherheitsarchitektur schützen könnten, so wie dies in großen Betrieben bereits Standard sei". Weitere Risiko-Faktoren sieht der Verfassungsschutz in der Zunahme der Internet-Telefonie und der Beschäftigung von Praktikanten. Remberg zufolge betreibt China Wirtschaftsspionage jedoch hauptsächlich auf dem elektronischen Sektor.

Auch der baden-württembergische Verfassungsschutzchef Johannes Schmalzl macht sich Sorgen: "60 Prozent unserer Verdachtsfälle haben inzwischen mit China zu tun", verriet er dem Spiegel. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat schon bald die Möglichkeit, die chinesischen Hacker-Angriffe vor Ort anzusprechen: Ab Sonntag weilt sie anlässlich eines Staatsbesuchs in China. (rop)