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China will Musik im Internet stärker kontrollieren

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Die chinesische Regierung baut ihre Kontrolle über das Internet aus. So wurde beschlossen, die Einführung von Online-Spielen aus dem Ausland schärfer zu kontrollieren. Wer solche Spiele anbietet, muss zuerst mit genauen Angaben über die Inhalte eine Erlaubnis beantragen. Zudem muss versichert werden, dass nachträglich keine verbotenen oder anstößigen Inhalte in die Spiele eingefügt werden. Jeden Monat muss ein Bericht eingereicht werden. Es habe in letzter Zeit Probleme bei Online-Spielen mit religiösen Inhalten und territorialen Konflikten gegeben, erklärte die Regierung, ohne dies näher auszuführen.

Jetzt hat das Kulturministerium neue Richtlinien für die Musik im Internet und in Mobilfunknetzen veröffentlicht. Wie bei den Spielen müssen alle Musikprodukte, die aus dem Ausland eingeführt werden, vom Ministerium geprüft und registriert werden. Verboten wird damit, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua mitteilt, die Gründung von Firmen durch ausländische Investoren.

Zudem fordert das Ministerium eine "zivilisierte und gesunde Internetkultur". Dazu gehöre, dass auch für nichtkommerzielle Zwecke von Internetnutzern ins Netz gestellte Musik schärfer kontrolliert werden müsse, die auf Kopien von Musikprodukten basiert. 2005 wurden 348 Millionen US-Dollar auf dem Online-Markt mit Musik umgesetzt, 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dieses Jahr soll der Markt weiter um 50 Prozent gewachsen. Probleme gebe es zunehmend mit schlechter Qualität, Raubkopien und Inhalten, die gegen "ethnische Traditionen verstoßen und die soziale Stabilität verstoßen". Es geht also auch hier um eine politische Zensur, die mit der Bekämpfung der Online-Piraterie verbunden und maskiert wird. (fr)