Menü

China will noch vor Jahresende einen Rover zum Mond schicken

vorlesen Drucken Kommentare lesen 34 Beiträge

Noch vor Ende des Jahres will China einen Rover zum Mond schicken, berichtet The Christian Science Monitor. Demnach soll die Rakete mit der Sonde Chang’e-3 an Bord Anfang Dezember starten und das chinesische Mondprogramm weiter voranbringen. Im Gegensatz zu Rover-Missionen der NASA solle das Gefährt der Chinesen weich auf der Oberfläche landen, getragen von Raketentriebwerken. Danach solle die Sinus Iridum ("Regenbogenbucht") am Rande des Mare Imbrium ("Meer des Regens") erkundet werden. Die nötige Energie erhalte der Rover von Solarzellen beziehungsweise aus Nuklearbatterien.

Der Rover soll verschiedene Beobachtungen machen, aber auch mögliche "Lebensbedingungen einschätzen". Die Zeitung verweist darauf, dass dieser Satz nur einer der Hinweise der Chinesen dafür sei, dass das Projekt als Schritt hin zu einer bemannten Mondmission gesehen werde. Auch wenn dafür noch kein offizieller Plan verkündet wurde, gehe man davon aus, dass inoffiziell eine Landung um 2025 angepeilt wird. Auf Unterstützung durch die NASA habe China bislang nicht zählen können, denn der US-Weltraumagentur sei es verboten, bei Chinas Raumfahrtprogramm zu helfen. Das basiere deswegen vor allem auf sowjetischer beziehungsweise russischer Technik.

Dank Chang'e-2 konnte eine Mondkarte erstellt werden.

(Bild: cnsa.gov.cn)

Die chinesischen Mondmissionen hatten 2007 mit dem Start von Chang’e-1 begonnen. Die Sonde umkreiste den Himmelskörper und fertigte ein Mosaik der Oberfläche an. 2010 ging es dann mit Chang’e-2 weiter. Diese Sonde erstellte eine hochauflösende Karte des Mare Imbrium, also genau der Gegend, in die nun ein Rover geschickt werden soll. Chang’e-2 hat den Mond inzwischen bereits verlassen und noch einen Asteroiden erforscht.

Die Chang’e-Sonden sind nach einer Frau aus der chinesischen Mythologie benannt. Im Gegensatz zu den Figuren der klassischen griechischen oder römischen Mythologie handelt es sich bei ihr aber nicht um eine Personifizierung des Mondes sondern eine Frau, die zum Mond aufgestiegen ist, nachdem sie ein Unsterblichkeitselixier getrunken hat. (mho)