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Chinas Internetverbindungen durch Fischernetze bedroht

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Der Fischfang im Ostchinesischen Meer stellt nach Ansicht von chinesischen Experten eine wachsende Gefahr für Chinas Internetverbindungen in die Welt dar. Nachdem seit Februar bereits drei Unterwasserkabelbrüche vor der Küste Schanghais durch Fischernetze verursacht wurden, könnten in den kommenden Monaten weitere Probleme auftreten, sagten Vertreter von China Telecom nach einem Bericht der Zeitung Shanghai Daily. Bislang fehle es an Gesetzen, die den Fischern die Benutzung von Netzen mit den für die Kabel gefährlichen Ankern untersagten.

Zwar wurde der Zeitung zufolge zum Schutz der Unterwasserkabel die Zahl der Patrouillenboote im Meer bei Schanghai erhöht. Doch könnten gerade in der Hochsaison der Fischer von März bis Mai nicht alle Schiffe vor den Gefahrenzonen gewarnt werden. Die chinesische Regierung habe aber inzwischen die Gefahr erkannt und angeordnet, dass bis zum Jahr 2006 das Fischen mit Anker-Netzen eingestellt werden müsse, berichtet die Zeitung. In der Zwischenzeit soll der chinesische Staatsrat Interims-Regeln für das Problem festlegen, forderten das Ministerium für die Informationsindustrie, das in China das Internet reguliert, und das Agrarministerium. Die chinesischen Fischer dürften solche Regelungen allerdings nicht gerne sehen: Die Technik der Anker-Netze spart nach Angaben eines Technikers des Agrarministeriums 30 Prozent Benzinkosten gegenüber herkömmlichem Fischfang.

Anfang Februar hatte ein Fischerboot ein Hauptkabel für die Internetverbindung zwischen China und den USA beschädigt und damit die bislang größte Störung des Internet in China ausgelöst. Nur einen Monat später wurde ein Kabel nach Taiwan gleich an zwei Stellen gekappt. Die Reparaturkosten für ein beschädigtes Kabel liegen laut China Telecom bei 723.000 US-Dollar. (jk)