Chinas Kampf gegen das Coronavirus: Luftverschmutzung geht deutlich zurück

Chinas Führung will die Ausbreitung des Coronavirus stoppen und geht dabei recht drastisch vor. Die Folgen sind offenbar sogar aus dem All zu erkennen.

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Die Stickstoffdioxidkonzentration in China im Januar (li.) und Februar

(Bild: NASA/ESA)

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Erdbeobachtungssatelliten haben in den vergangenen Wochen einen deutlichen Rückgang von Stickstoffdioxid (NO2) in Chinas Luft gemessen und damit offenbar eine Folge der drastischen Maßnahmen gegen das Coronavirus identifiziert. Mehrere von der NASA veröffentlichte Karten zeigen die Konzentration des Gases, das von Autos, Kraftwerken und Industrieanlagen ausgestoßen wird. Gesammelt wurden die Daten mit dem Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-5P der ESA, ähnliche Werte kamen demnach vom NASA-Satelliten Aura. Der durchaus drastische Rückgang hängt demnach zumindest teilweise mit dem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität im Reich der Mitte zusammen.

Wie die Forscher erklären, war der deutliche Rückgang zuerst in der Metropole Wuhan zu sehen, breitete sich dann aber über das ganze Land aus. Das passt zu den Ereignissen am Boden, denn das neuartige Coronavirus wurde zuerst in Wuhan gefunden und die Stadt wurde am 23. Januar von der Außenwelt abgeschottet. Um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, riegelte die Staatsführung dann weitere Städte ab, viele Unternehmen stellten die Produktion ein und die Menschen blieben zu Hause – die weltweite Ausbreitung des Virus wurde aber nicht verhindert. Der nun aus dem All beobachtete Rückgang von NO2 deutet an, welche massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen das hat.

Die Stickstoffdioxid-Messungen für Wuhan aus dem vergangenen Jahr und den vergangenen Wochen.

(Bild: NASA/ESA)

"Das ist das erste Mal, dass ich solch einen dramatischen Abfall in einem so großen Gebiet nach einem einzelnen Ereignis gesehen habe", zitiert die NASA den Forscher Fei Liu. Zwar habe es schon nach der Finanzkrise 2008 einen Abfall über mehreren Staaten gegeben, der sei aber graduell eingetreten. Auch das chinesische Neujahrsfest sorgt demnach jedes Jahr für einen Rückgang der NO2-Konzentration, aber nicht in vergleichbarem Maß zu den aktuellen Entwicklungen. Nebeneinander gelegte Karten der Messungen von vor einem Jahr und aus diesem Jahr zeigen die drastischen Unterschiede.

(mho)