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Chinesen kaufen PC-Geschäft von IBM für 1,25 Milliarden US-Dollar [Update]

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Der größte chinesische Computerhersteller Lenovo übernimmt das Personal-Computer-Geschäft von IBM. Für 1,25 Milliarden Dollar kauft Lenovo wie erwartet einen Mehrheitsanteil und wird damit drittgrößter PC-Hersteller der Welt, wie der Vorsitzende der Lenovo-Gruppe, Liu Chuanzhi, am Mittwoch in Peking mitteilte. Es ist die bisher größte chinesische Auslandsinvestition in der Informationstechnologie.

Die Übernahme schließt das globale IBM-Geschäft mit Desktop-Computern, Laptops sowie Forschung und Entwicklung ein. Mit dem Geschäft endet eine Ära für International Business Machines (IBM). Der Konzern will sich künftig stärker auf das Geschäft mit Servern, Software, Computerchips und Dienstleistungen konzentrieren.

Vorsitzender des neuen Unternehmens wird Yan Yuanqing, während Stephen Ward von IBM Geschäftsführer wird. Der bisherige Vorsitzende von Lenovo, Liu Chuanzhi, zieht sich zurück. Lenovo, das unter dem Namen Legend (Lianxiang) groß geworden ist, ist Marktführer in Asien und hält in China einen Marktanteil von 27 Prozent. Der Handel mit seinen Aktien an der Hongkonger Börse war am Vortag auf Wunsch des Unternehmens ausgesetzt worden, was mit einer bevorstehenden Ankündigung begründet wurde.

IBM stand bislang hinter Dell und Hewlett-Packard weltweit mit etwa 6 Prozent Marktanteil auf Platz drei und wird nur noch einen Anteil von 18,9 Prozent an dem Unternehmen halten. Die Übernahme ist ein Meilenstein in der Strategie des chinesischen Herstellers, sich als globale Computerfirma zu etablieren. Lenovo kauft auch den Anteil von IBM in dessen Joint Venture mit seinem chinesischen Wettbewerber Great Wall Technology, dem zweitgrößten Computerhersteller in China, wo IBM seine Computer produzieren lässt. Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass es für Lenovo sehr schwer werden wird, die Position von IBM als drittgrößter PC-Hersteller weltweit zu behaupten, da die Erfahrung außerhalb Chinas fehle.

[Update]: Lenovo zahlt 650 Millionen US-Dollar bar, 600 Millionen US-Dollar in Aktienanteilen und übernimmt noch etwa 500 Millionen US-Dollar an Verbindlichkeiten, sodass die gesamten Transaktionskosten auf 1,75 Milliarden US-Dollar beziffert wurden. Die Übernahme soll im zweiten Quartal 2005 abgeschlossen sein. IBM hält durch die Aktienanteile 18,9 Prozent an dem neu gegründeten Gemeinschaftsunternehmen. In seiner Allianz mit Lenovo wird IBM Dienstleistungen sowie Verbraucherkredite für das neue Unternehmen anbieten.

Für die Kunden wird sich nach Angaben von Lenovo nichts ändern, da die bestehenden Unternehmensbereiche, einschließlich Kundenservice, unverändert fortgesetzt werden. Markennamen wie ThinkPad für Laptops und ThinkCenter für Desktops werden übernommen. Unter dem Dach des neuen Unternehmens werden 10.000 IBM-Beschäftigte, von denen bereits 40 Prozent in China arbeiten, und 9000 Lenovo-Angestellte vereinigt. Das Hauptquartier wird New York, während die Geschäfte von Peking und Raleigh (US-Bundesstaat North Carolina) aus geführt werden sollen. (dpa) / (jk)