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 | Technology Review

Chinesische Raumsonde erreicht Mond

China hat einen weiteren Meilenstein in seiner rund fünfzigjährigen Raumfahrt-Geschichte erreicht: Am heutigen Montag schwenkte die vor zwei Wochen vom Raumfahrtzentrum Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan gestartete Mond-Sonde Chang'e-1 in ihre vorgesehene lunare Umlaufbahn ein. Zuvor hatte das Beijing Aerospace Control Center (BACC) noch ein kritisches Manöver zu absolvieren. Die mit einer Geschwindigkeit von 2,3 Kilometer pro Sekunde fliegende Sonde musste genau zum richtigen Zeitpunkt abgebremst werden, um eine zunächst elliptische Umlaufbahn um den Mond zu erreichen. "Das erste Bremsmanöver war einer der wichtigsten Momente des ganzen Fluges", erklärt BACC-Chefingenieur Wang Yejun. Bremst man zu früh, besteht die Gefahr, dass die Sonde am Mond vorbeifliegt, bremst man zu spät, zerschellt sie auf der Oberfläche.

In den kommenden beiden Tagen sollen weitere Bremsmanöver durchgeführt werden, damit aus der elliptischen Umlaufbahn mit einem derzeitigen Periselenum (Punkt der geringsten Entfernung) von 200 Kilometern und einem Aposelenum (entferntester Punkt vom Mond) von 8600 Kilometern ein nahezu kreisrunder Orbit wird. Dann wird Chang'e-1 den Mond alle 127 Minuten einmal komplett umrunden und die ersten Bilder aus einer Höhe von rund 200 Kilometern zur Erde senden. Der Orbiter mit einer Masse von 2,35 Tonnen soll den Mond ein Jahr lang umkreisen und dessen Oberfläche dreidimensional kartografieren. Zu den sieben wissenschaftlichen Instrumenten an Bord gehört unter anderem ein Gamma-/Röntgenspektrometer, mit dem Gesteinszusammensetzungen und radioaktive Komponenten auf dem Mond untersucht werden sollen.

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Chang'e-1 ist nur der erste Teil des ambitionierten Mond-Programms Chinas. Bis zum Jahr 2015 will die China National Space Administration (CNSA) ein Landemodul mit Roboterfahrzeug auf dem Mond absetzen. Fünf Jahre später soll dann ein weiteres Modul folgen, das in der Lage ist, den Mond auch wieder zu verlassen und eingesammelte Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Konkreten Plänen, wonach China bis zum Jahr 2024 auch Menschen zum Mond und wieder zurückbringen wolle, erteilte der Chef des chinesischen Mondprojekts, Luan Enjie, zuletzt jedoch eine Absage. "Eine bemannte Mondlandung ist mit großen Schwierigkeiten, hohen Risiken und enormen Investitionen verbunden", verdeutlichte Enjie. "Deshalb ist es einfach noch zu früh, konkret über ein solches Projekt zu sprechen." (pmz)

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