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Chinesische Raumstation Tiangong 1 über dem Südpazifik verglüht

In der Nacht zum Montag ist die chinesische Raumstation wie prognostiziert in die Atmosphäre eingetreten und verglüht. Das geschah über dem Südpazifik, weitab der Landmassen, die auch hätten betroffen sein können.

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Chinesische Raumstation Tiangong 1 über dem Südpazifik verglüht

Die chinesische Raumstation Tiangong 1 ist am Montag in die Erdatmosphäre eingetreten und zu großen Teilen über dem Pazifik verbrannt. Das berichtete die chinesische Raumfahrtorganisation CMS und das US-Militär hat die Berichte bestätigt Demnach trat das Labor um 8.15 Uhr Pekinger Zeit (02.15 MESZ) über dem Südpazifik in die Atmosphäre ein. Das geschah weitab von menschlichen Siedlungen und auch den großen kommerziellen Flugrouten. Es ist noch unklar, ob jemand das Verglühen beobachtet und eventuell sogar aufgezeichnet hat. Letztlich kam Tiangong 1 nicht weit vom sogenannten Raumschiff-Friedhof entfernt herunter. In diese besonders abgelegene Region wurden schon mehrere Satelliten und Raumschiffe für ihren Absturz hingeleitet.

China hatte Tiangong 1 vor sieben Jahren ins All geschossen. Ein kontrollierter Absturz des 8,5 Tonnen schweren und zwölf Meter langen Raumlabors über dem Meer war nicht möglich, weil seit März 2016 kein Kontakt mehr zum "Himmelspalast" bestand und die Triebwerke nicht gezündet werden konnten. Das Labor war, abgebremst von der Atmosphäre, der Erde langsam immer näher gekommen. Mitte Januar war die Station noch auf einer Umlaufbahn in etwa 280 Kilometern Höhe unterwegs. Zuletzt hatte die ESA den Absturz in der Nacht zum Montag erwartet.

Experten hatten geschätzt, dass etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen des Raumlabors die Hitze beim Eintritt in die unteren Atmosphärenschichten überstehen und als kleine Stücke auf die Erdoberfläche fallen könnten. Dies gelte vor allem für Teile aus Titan oder Edelstahl. Die ESA hatte erklärt, dass sich die Trümmerschleppe über eine Länge von mehr als 1000 Kilometern erstrecken könnte. Länder wie die USA, China, Indien und Australien sowie Staaten Afrikas, Südeuropas und Südamerikas hätten vom Absturz betroffen sein können. Die Gefahr für Menschen war aber vorab als äußerst gering eingestuft worden.

Tiangong 1 war ein experimentelles Weltraumlabor, mit dem verschiedene Manöver getestet wurden. Nach ESA-Angaben gab es zwei bemannte Missionen dorthin. Im Vergleich zur rund 450 Tonnen schweren Internationalen Raumstation (ISS) war der "Himmelspalast" zwar winzig, laut ESA aber größer als viele andere Objekte, die unkontrolliert zur Erde zurückstürzen. Trotzdem war es nicht der größte unkontrollierte Absturz bisher.

China hatte 2016 ein neues Raumlabor ins All geschossen. In Tiangong 2 können zwei Astronauten länger als im Vorgängermodell leben. Auch hat es eine höhere Ladekapazität und lässt sich erstmals auftanken. Mit seinen Raumlaboren will China Erfahrungen für den Bau einer eigenen Raumstation sammeln, die um das Jahr 2022 fertig werden soll. Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Erde verfolgt ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm, das auch den Mond und den Mars als Ziele hat. (mit Material der dpa) / (mho)

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