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Chinesische Regierung wünscht sich Sonnenstrom statt Kohlekraft

Der aktuelle Fünfjahresplan Pekings soll die Kapazität der installierten Solarenergie bis 2020 verdreifachen.

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Chinesische Regierung wünscht sich Sonnenstrom statt Kohlekraft

Weltmeister in Sachen Sonnenstrom ist China mittlerweile schon – das Land hat im letzten Jahr ausgerechnet Deutschland bei der installierten Kapazität überholt. Doch dabei soll es nicht bleiben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("China im Solarrausch"). Im aktuellen Fünfjahresplan der Bürokraten aus Peking heißt es, dass bis zum nächsten Jahrzehnt Jahr für Jahr 15 bis 20 Gigawatt zusätzlich ans Netz gehen sollen.

Damit hätte China bis 2020 mehr als 140 Gigawatt Solarkraft online. Zum Vergleich: In der gesamten Welt waren Ende 2015 nur 200 Gigawatt installiert. Grund für den massiven Solarausbau ist nicht nur die Tatsache, dass Peking sich auf die Pariser Klimaziele verpflichtet hat. Die Politik kämpft auch mit schwerer Kritik durch die Bevölkerung an der schlechten Luftqualität in vielen chinesischen Millionenstädten – Smog mit all seinen gesundheitlichen Auswirkungen ist Alltag. Grund für Feinstaubbelastung und Co. sind neben dem anschwellenden Verkehrsvolumen vor allem die enorme Kohleverstromung und die Industrie. Und selbst das gigantische geplante Solarwachstum erweist sich mit Blick auf die gesamte Energieerzeugung im Riesenreich eher als moderates Ziel.

Der Fünfjahresplan könnte zudem auch dabei helfen, die Überproduktion zu schlucken, die sich Chinas Solarbranche schon seit längerem leistet – und die auch ein Grund dafür ist, dass die Modulpreise weiterhin rapide sinken. Patrick Jobin, Analyst beim Bankhaus Credit Suisse, sagte kürzlich, dass die größten drei chinesischen Hersteller JA Solar, JinkoSolar und Trina Solar am Markt vorbei produzieren und für eine Modulschwemme sorgen – trotz Nachfragereduktion im internationalen Geschäft. "Wir glauben, dass die Solarhersteller im Jahr 2016 auf eine verschlimmerte Überproduktion stoßen könnten."

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