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Chinesische Regulierer streiten sich über "World of Warcraft"

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In der Volksrepublik China ist unter Behörden ein Streit über die Zuständigkeit bei der Zulassung von Online-Spielen ausgebrochen. Nachdem am Montag die für Medieninhalte zuständige Regierungsstelle GAPP (General Administration of Press and Publication) dem Online-Rollenspiel World of Warcraft (WoW) die Genehmigung entzogen hat, kritisierte das chinesische Kulturministerium diesen Schritt als nicht rechtens. Der chinesische Staatsrat habe im Juli, als WoW nach einer zweimonatigen Pause in Folge eines Providerwechsels in einem Betatest wieder in Betrieb ging, die Aufsicht über das Spiel der GAAP entzogen und dem Kulturministerium zugeordnet, berichtet die englischsprachige Tageszeitung China Daily.

Die GAAP hatte Netease, dem WoW-Betreiber im Reich der Mitte, laut dem Bericht Ende Juli aufgetragen, in der Testphase für die WoW-Erweiterung "The Burning Crusade" von den Spielern keine Entgelte zu verlangen und keine neuen Accounts zuzulassen. Dagegen hat Netease nach Ansicht der GAAP seit Mitte September verstoßen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben darüber noch keine offizielle Mitteilung der Behörden erhalten. Es geht davon aus, dass es sich an die chinesischen Gesetze gehalten habe und erwartet nun eine Klärung des Problems unter den Behörden.

Die GAPP ist in China für die Aufsicht über "Publikationen" zuständig. Nach ihrem Verständnis fällt WoW als "Online-Publikation" in ihren Zuständigkeitsbereich. Dagegen hat das Kulturministerium nun offiziell protestiert, da es für sich die exklusive Aufsicht über Online-Medien reklamiert. Nach Ansicht des Ministeriums sei das Netease-Angebot nach den in China geltenden Regeln zudem legitim.

Netease hatte im April mit dem WoW-Publisher Activision Blizzard einen Vertrag über den Betrieb des Online-Rollenspiels in China über zwei Jahre geschlossen. Nach dem Providerwechsel weg von The9, der im Juni vollzogen wurde, war WoW in China für zwei Monate nicht erreichbar, da Netease keine Genehmigung der Behörden vorgelegen hatte. (anw)