Chinesische Smartphone-Hersteller gegen Google

Xiaomi, Vivo und Oppo wollen eine Plattform für App-Entwickler gründen, die sie unabhängiger vom Google Play Store macht. Huaweis Beteiligung ist unsicher.

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(Bild: Shutterstock/zixia)

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Die chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi, Vivo, Oppo und möglicherweise auch Huawei streben laut Medienberichten eine gemeinsame Plattform für App-Entwickler an. Entwickler sollen ihre Apps ohne zusätzlichen Aufwand in allen App-Stores der Smartphone-Hersteller zugleich anbieten können. Die "Global Developer Service Alliance" soll sich explizit auch an Entwickler außerhalb Chinas richten.

Ob Huawei an der Initiative teilnimmt, ist derzeit noch fraglich. Nach Informationen von Reuters sei Huaweis Teilnahme vorgesehen, ein Sprecher von Xiaomi bestritt dies jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur. Die anderen Beteiligten – auch Huawei selbst – wollten sich nicht äußern.

Jeder der großen chinesischen Smartphone-Produzenten hat bisher seinen eigenen App-Store. Dabei soll es zwar nach außen hin bleiben, ihre App-Angebote könnten dank der Initiative aber de facto fusionieren und so deutlich wachsen. Die vier Unternehmen halten zusammen derzeit rund 40 Prozent des weltweiten Smartphone-Markts, berichten die Marktforscher von Counterpoint Research.

Ausgerechnet Huawei würde von einer gemeinsamen Plattform am stärksten profitieren, da der Konzern im Gegensatz zu Xiaomi, Oppo und Vivo von US-Handelsbeschränkungen betroffen ist. Diese verhindern, dass Huawei Angebote des US-Konzerns Google wie dessen Play Store auf neuen Smartphones anbieten darf. Derzeit entwickelt Huawei ein eigenes Betriebssystem als Alternative zu Android. Das kürzlich veröffentlichte Flaggschiff-Smartphone Mate 30 Pro des chinesischen Herstellers hat zwar Android installiert, musste aber ohne Google-Apps auf den Markt kommen. (mjo)