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Chinesische Suchmaschine lizenziert Musik von großen Labels

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Die drei großen Plattenlabels Sony Music, Universal Music und Warner Music lizenzieren ihre Musikstücke an die größte chinesische Suchmaschine Baidu. Dazu haben die Chinesen mit einem Joint Venture der drei Unternehmen, One-Stop China, eine Vertriebsvereinbarung geschlossen und ihre bisherigen Rechtsstreitigkeiten beigelegt, heißt es in einer Mitteilung. Damit kann Baidu künftig auf seiner Plattform Musik unter anderem von Britney Spears (Sony Music), Take That (Universal Music) und Janelle Monaé (Warner Music), auch Werke auf Mandarin und Kantonesisch sowie künftige Veröffentlichungen der drei Labels legal zum Streaming oder Download anbieten.

Damit endet ein seit Jahren schwelender Streit zwischen den Unternehmen der US-Musikindustrie und den Chinesen über angebliche Beihilfe zur unerlaubten Weitergabe von geschützten Musikstücken. Mit dem Vorwurf waren die drei Plattenfirmen 2005 in China gegen Baidu vor Gericht gegangen, sie unterlagen dort aber 2007 schließlich. Der chinesische High Court befand, Baidu sei nicht dafür verantwortlich zu machen, wenn über seine MP3-Suchmaschine illegale Kopien gefunden werden. Er hatte aber auch eine Partnerschaft zwischen den Parteien angeregt. Diese wird nun vollzogen.

Künftig werden über die besagte MP3-Suchmaschine Songs zum Kauf oder zum Streaming angeboten. Ein weiterer Vertriebsweg ist das auf Musik spezialisierte Social Network "ting!". Baidu ist in China ähnlich dominant wie Google in Europa. Sein Anteil am dortigen Suchmaschinenmarkt betrug zuletzt laut Analysys International knapp 76 Prozent, während die US-Amerikaner auf knapp 19 Prozent kamen. Um die 2008 gestartete juristische Kampagne des Verbands der Musikindustrie IFPI gegen Baidu, für die auch zu einem Werbeboykott aufgerufen wurde, ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. (anw)