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Chinesisches Konsortium übernimmt Druckerhersteller Lexmark

Eine Investorengruppe unter Federführung von Apex Technology und Asia Capital will den Druckerhersteller Lexmark für 3,6 Milliarden US-Dollar übernehmen. 550 Leute weltweit müssen gehen, ihre Arbeit wird teilweise in Billiglohnländer verlagert.

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Eine Investorengruppe übernimmt den Durckerhersteller Lexmark. Die Gruppe um Apex Technology und PAG Asia Capital zahlen pro Aktie 40,50 US-Dollar; das entspricht einem 30-prozentigen Aufschlag auf Lexmarks Aktienwert Ende Oktober 2015 – zu diesem Zeitpunkt wurden die Verkaufsabsichten des Herstellers erstmals bekannt. Insgesamt würde Lexmark damit mit rund 3,6 Milliarden US-Dollar bewertet. Sofern Lexmarks Aktionäre, die amerikanische Regulierungsbehörde und weitere Shareholder zustimmen, soll die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen.

Man hoffe, durch die neuen Partner den asiatischen Markt besser abdecken zu können, erklärte Vorstandschef und CEO Paul Rooke. Apex Technology stellt Kartuschen und Chips für Laser- und Tintendrucker her und besitzt ein großes Vertriebsnetz für Druckerzubehör.

Lexmark beschäftigt weltweit rund 14.000 Angestellte und erzielte 2015 einen Umsatz von gut 3,5 Milliarden Dollar – sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Zu schaffen machte dem US-Hersteller dabei auch der starke Dollar. Die Druckersparte war weit defizitärer als der Bereich Unternehmenssoftware. Das verwundert nicht allzu sehr, denn dank der weiten Verbreitung von Mobilgeräten muss und wird weniger gedruckt. 2012 hatte Lexmark bereits seine Tintendrucker-Sparte aufgebeben und in dem Zuge 1700 Leute entlassen. In der letzten Zeit hatte das Unternehmen einige Firmen aus dem Bereich Unterehmenssoftware übernommen, darunter im vergangenen Jahr den BPM-Experten Kofax.

Ende Februar hatte Lexmark angekündigt, weltweit 550 Stellen streichen zu wollen und einen Teil der Arbeit in Billiglohnländer zu verlagern. Durch die Umstrukturierung und Entlassungen will der Hersteller in diesem Jahr 67 Millionen Dollar einsparen und 2017 weitere 100 Millionen Dollar. Allerdings rechnet das Unternehmen zugleich mit Umstrukturierungskosten von 59 Millionen Dollar.

Lexmarks Hauptsitz soll wie gehabt im US-amerikanischen Lexington in Kentucky bleiben, ebenso die Leitung unter CEO Paul Rooke. Außerdem soll sich auch an der internen Struktur wenig ändern: Die beiden Business Units Imaging Solutions, zu der die Druckersparte gehört, und Service und Enterprise Software bleiben demnach bestehen. Auch die regionalen Sitze in anderen Ländern sollen laut Pressemitteilung erhalten bleiben. Dass die Übernahme allerdings ganz ohne weitere Blessuren abgeht, scheint trotz dieser Beteuerungen eher unwahrscheinlich. (uk)