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Chip-Hersteller: Avago kauft Broadcom für 37 Milliarden US-Dollar

Der Chiphersteller und Optoelektronik-Spezialist Avago kauft Broadcom, den Hersteller von Netzwerk-Controllern und Smartphone-SoCs.

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Avago kauft Broadcom

(Bild: Avago, Broadcom)

Die Firma Avago Technologies stemmt den größten Zukauf ihrer Geschichte: Sie schluckt Broadcom für insgesamt 37 Milliarden US-Dollar. 17 Milliarden davon fließen in bar, der Rest wird über Aktientausch abgewickelt. Avago und Broadcom sollen Teil einer Holding mit Sitz in Singapur werden.

Broadcom-Umsätze 2013 und 2014

(Bild: Broadcom)

2014 hat Broadcom 8,43 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt. 66 Prozent davon entfielen auf die Sparte "Broadband and Connectivity", zu der vor allem Prozessoren für Settop-Boxen, DSL-Modems sowie WLAN-, Bluetooth- und NFC-Adapter gehören. 30 Prozent des Umsatzes erzielte Broadcom mit Chips für Infrastruktur und Netzwerke, also etwa Ethernet-Adapter, Ethernet-Switches und Netzwerkprozessoren.

Aus dem "Cellular Baseband"-Geschäft steigt Broadcom derzeit aus: Smartphone-SoCs lohnen sich nicht mehr, auch Broadcom hat es nicht rechtzeitig geschafft, LTE zu integrieren. Broadcom-SoCs der Sparte Cellular Baseband stecken allerdings in den beiden Raspberry-Pi-Generationen.

Im Februar hatte Avago angekündigt, auch Emulex kaufen zu wollen, einen Spezialisten für 10- und 40-Gigabit-Ethernet. 2013 hatte Avago die für SAS-RAID-Adapter bekannte Firma LSI geschluckt.

Avago selbst hat Wurzeln in der Chipsparte von HP, die 1999 als Teil von Agilent abgespalten wurde. 2005 hatten die Investorenfirmen KKR und Silverlake die Agilent-Sparten für Halbleiter und Optoelektronik aufgekauft. (ciw)