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Chip-Implantat zur Identifikation: Firma will Mitarbeitern Chips einsetzen

Ein Chip zwischen Daumen und Zeigefinger soll Angestellten einer US-Firma Türen und Computer öffnen, und als Zahlungsmethode dienen. Später soll jedermann mitmachen, vom Fitnessstudio-Kunden bis zum Gefängnisinsassen.

Ein Arzt spritz einen Chip in eine Hand

(Bild: Paul Hughes CC BY-SA 4.0 (Ausschnitt))

Am 1. August steigt in River Falls, Wisconsin, eine "Chip Party". Mitarbeiter der dort ansässigen Firma Three Square Market (32M) sollen sich dabei einen winzigen NFC-Chip (Near Field Communication) zwischen Daumen und Zeigefinger einer Hand implantieren lassen. Freiwillig. Der Funkchip soll dann zur drahtlosen Identifikation der Person dienen. In der Folge hofft 32M auf eine große Verbreitung bei tausenden Firmen in aller Welt.

So sehen die Chips aus, die 32M Menschen einpflanzen möchte.

(Bild: 32M)

Eigenen Angaben zu Folge ist 32M die erste US-Firma, die ihre Belegschaft verchipt. "Wir erwarten, dass die RFID-Technik alles vom Bezahlen [in der Kaffeeküche] über das Öffnen von Türen, die Aktivierung von Kopiermaschinen, das Einloggen [...] bis zum Speichern medizinischer Gesundheitsinformationen [...] vorantreiben wird", meint 32M-CEO Todd Westby, "Eines Tages wird diese Technik standardisiert sein und Ihnen ermöglichen, [den Chip] als Reisepass und Fahrausweis sowie für alle Einkaufsmöglichkeiten und mehr zu nutzen."

Dass das Bezahlen in der Kaffeeküche als Allererstes erwähnt wird, ist kein Zufall: 32M bietet IT-Systeme und Dienstleistungen für Kleinstgeschäfte in Büros und anderen Arbeitsplätzen. Mitarbeiter können dort typischerweise Getränke und Imbisse kaufen und an einer Selbstbedienungskassa bezahlen. Mehr als 2.000 solcher Kioske betreibt 32M derzeit in Europa, Asien, Australien und Nordamerika. Die Schwesterfirma TurnKey Corrections betreibt mehr als 6.000 Kioske in Gefängnissen.

32M hofft darauf, später auch die Mitarbeiter ihrer Kunden für das Chip-Programm gewinnen zu können. Auch Kunden von Fitnessstudios und kleiner Lebensmittelgeschäfte hat die US-Firma im Visier. Wohl auch Gefängnisinsassen, worüber die Verlautbarung aber kein Wort verliert.

Ideengeber war laut 32M die schwedische Firma BioHax International. Diese Firma aus Helsingborg hat demnach bereits ihre Belegschaft verchipt. "Wir freuen uns darauf, mit [BioHax] zusammenzuarbeiten und unseren Marktanteil auf eine anderes Level zu bringen", sagte 32M-Manager Patrick McMullan.

Die BioHax-Webseite zeigt einen NTAG216-Chip von NXP, der in einer 2 mal 12 Millimeter großen Bioglaskapsel steckt. Laut Herstellerspezifikation speichert der NTAG216 924 Bytes und ist für drahtlose Verbindungen bis zehn Zentimeter Abstand ausgelegt. Pro Sekunde können bis zu 106 kbit übertragen werden. Wie bei RFID üblich, wird auch die zum Betrieb des Chips erforderliche Energie drahtlos übertragen. (ds)

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