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Chip-Produzent Globalfoundries stoppt eigene 7-Nanometer-Technik

Der Auftragsfertiger Globalfoundries, der unter anderem AMD-Prozessoren herstellt, legt die Entwicklung der hauseigenen 7-nm-Technik auf Eis.

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Siliziumwafer von Globalfoundries

Siliziumwafer von Globalfoundries

(Bild: Christof Windeck/c't)

Der weltweit zweitgrößte Chip-Auftragsfertiger Globalfoundries stoppt die Fortentwicklung der eigenen 7-Nanometer-Fertigungstechnik auf unbestimmte Zeit. Stattdessen will sich Globalfoundries stärker auf 14- und 12-nm-Prozesse konzentrieren.

Diese Entscheidung geht mit einer Umstrukturierung einher: Die Zahl der Mitarbeiter wird reduziert, es ist die Rede von 5 Prozent. Die Sparte für die Auftragsentwicklung anwendungsspezifischer Halbleiterbauelemente (Application-Specific ICs, ASICs) wird in eine Tochterfirma ausgegliedert. Das soll unter anderem ASIC-Kunden den Zugriff auf feinere Fertigungstechnik bei anderen Auftragsfertigern (Foundries) erleichtern.

Mit dem vorläufigen Ausstieg von Globalfoundries aus der 7-nm-Technik bleiben weltweit nur drei Firmen übrig, die diese Generation der Fertigungstechnik anbieten oder planen: Der mit großem Abstand führende Auftragsfertiger TSMC, die Foundry-Sparte von Samsung Semiconductor und in einigen Jahren wohl Intel.

Transisttor aus der geplanten "7LP"-Fertigungstechnik von Globalfoundries.

(Bild: Globalfoundries)

AMD hat sich für die nächste Prozessorgeneration Zen 2 schon auf diesen Schritt vorbereitet: AMD-CEO Lisa Su betonte zur Präsentation der vergangenen Quartalsumsätze, die ersten Zen-2-Prototypen, also der Epyc "Rome", komme von TSMC. Auch die noch in diesem Jahr erwarteten 7-nm-Navi-GPUs soll TSMC produzieren.

Bisher fertigt vor allem Globalfoundries die Zen-Typen Ryzen, Ryzen Threadripper und Epyc mit 14-nm-Technik und leicht optimierter 12-nm-Technik.

Globalfoundries hatte die eigenen FinFET-Prozesse 7LP und FX-7 ASIC 2016 angekündigt und im Juni 2017 genauer erklärt.

Globalfoundries ist bisher im Besitz des Staatsfonds Mubadala der Vereinigten Arabischen Emirate. Seit Jahren wird über einen Börsengang spekuliert. Über die Ertragslage von Globalfoundries ist wenig bekannt.

Mehrere Wechsel an der Spitze sowie Entlassungen deuten aber darauf hin, dass die Eigner nicht zufrieden sind. Im März löste Thomas Caulfield, der einige Jahre zuvor die IBM-Fertigung in East Fishkill leitete, seinen Vorgänger Sanjay Jha ab.

Globalfoundries will sich nun auf profitablere Fertigungsverfahren konzentrieren, diese verfeinern und diversifizieren. Es wird erwartet, dass nur noch wenige große Chip-Entwickler die Fertigungsverfahren für die jeweils feinsten Strukturen für ihren wirtschaftlichen Erfolg benötigen. Andere Chip-Entwickler fahren mit optimierten Verfahren für gröbere Strukturen besser.

Das Geschäftsmodell von Globalfoundries basierte darauf, dass immer mehr Chip-Hersteller zum "Fabless"-Modell wechseln müssen, weil sich für sie alleine die Investitionen in neue Fertigungsanlagen für feinere Halbleiterstrukturen nicht mehr lohnen. Mit jeder Strukturverkleinerung wächst der Aufwand enorm und die Branche stößt in letzter Zeit auf hartnäckige Probleme, etwa bei der EUV-Lithografie oder der ursprünglich geplanten Einführung von 450-Miliimeter-Wafern. Intel kämpft seit Jahren mit der 10-nm-Fertigung, die den 7-nm-Verfahren von TSMC und Samsung ebenbürtig sein soll.

Unter anderen hat Globalfoundries ehemalige Produktionsstätten von AMD und IBM gekauft und fortentwickelt. Zudem wurden Milliarden in den neuen Standort Malta im US-Bundesstaat New York investiert. Dabei flossen erhebliche Subventionen, wie es in der Branche auch in anderen Staaten üblich ist.

Chip-Auftragsfertiger 2017
Rang Firma Land Umsatz 2017
(in Mio. US-$)
1 TSMC Taiwan 32.163
2 Globalfoundries USA 6.060
3 UMC Taiwan 4.898
4 Samsung* Korea 4.600
5 SMSC China 3.101
6 Powerchip Taiwan 1.498
7 Huahong** China 1.395
8 TowerJazz Israel 1.388
sonstige 7.207
Summe 62.310
* nur die Foundry-Sparte von Samsung
** inkl. Huahong Grace und Shanghai Huali
Quelle: IC Insights

(ciw)