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Chiphersteller NXP und Freescale verschmelzen

Für 11,8 Milliarden US-Dollar will der europäische Chiphersteller NXP die US-amerikanische Firma Freescale kaufen, um Marktführer bei Automobil-Chips, Allzweck-Mikrocontrollern und Mixed-Signal-ICs zu werden.

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Wafer in der NXP-Fab Hamburg.

Die aus der ehemaligen Halbleitersparte von Philips hervorgegangene Firma NXP will die ehemalige Motorola-Sparte Freescale kaufen. Die Transaktion soll größtenteils durch Aktientausch erfolgen, 2 Milliarden US-Dollar sollen in bar fließen. Die Hälfte davon will NXP mit neuen Darlehen beschaffen. Nach der Transaktion werden Freescale-Aktionäre rund 32 Prozent des neuen Unternehmens besitzen.

Die Produktpaletten der beiden Chiphersteller überlappen sich laut NXP relativ wenig. Das kombinierte Unternehmen werde Marktführer bei den Chips für Kraftfahrzeuge (Automotive-Segment), aber auch bei High-Performance Mixed-Signal-ICs, die man beispielsweise zur Verarbeitung von Sensordaten einsetzt. Eine führende Position wird das Unternehmen auch bei den Allzweck-Mikrocontrollern einnehmen, hier hat Freescale eine große Palette an Systems-on-Chip (SoCs) unter anderem mit ARM- und PowerPC-Kernen.

Die Einsparungen durch Synergieeffekte beziffern die Partner auf anfangs 200, später 500 Millionen US-Dollar jährlich. 2013 hatte NXP einen Umsatz von 4,82 Milliarden US-Dollar erzielt, bei Freescale waren es 4,19 Milliarden US-Dollar. Der aggregierte Börsenwert beider Firmen beträgt rund 40 Milliarden US-Dollar.

NXP war 2006 gegründet worden, die Investoren KKR und Silver Lake hatten die Philips-Halbleitersparte gekauft. Bis 2014 hatte KKR die eigenen Anteile weitgehend verkauft. Seinerzeit hatte KKR auch Freescale kaufen wollen, war aber von einem anderen Investorenkonsortium unter Führung von Blackstone ausgestochen worden. (ciw)