Chiphersteller STMicroelectronics baut 1400 Jobs ab

Der Chiphersteller mit Hauptsitz in der Schweiz verabschiedet sich nach enttäuschenden Zahlen von Settop-Boxen und Routern. Von der Schließung der Sparte sind hunderte Mitarbeiter betroffen.

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Chiphersteller STMicroelectronics baut 1400 Jobs ab
Von
  • Volker Briegleb

Der europäische Chiphersteller STMicroelectronics (ST) will nach einem Gewinneinbruch seine Sparte für Receiver-Chips schließen und über 1000 Arbeitsplätze abbauen. Die schwierige Entscheidung sei im Einklang mit der Strategie getroffen worden, nur noch langfristig profitable Geschäfte zu betreiben, sagte Konzernchef Carlo Bozotti am Mittwoch in Genf. ST konzentriert sich stattdessen auf die boomenden Bereiche Automotive und Internet of Things.

ST stellt die Entwicklung neuer Chip-Plattformen für Receiver oder Modems/Router ein, teilte das Unternehmen im Finanzbericht für das Schlussquartal 2015 mit. Davon sind weltweit rund 2000 Mitarbeiter betroffen. 600 Mitarbeiter sollen in andere Sparten wechseln. 1400 weitere Jobs, darunter 430 in Frankreich und 120 in den USA, werden abgebaut.

Der Hersteller begründet den Ausstieg mit dem schwierigen Markt für High-End-Geräte und wachsender Konkurrenz im Billigsegment. Angesichts der hohen Entwicklungskosten habe die Sparte in den vergangenen Jahren hohe Verluste verursacht. Die Kosten für den Stellenabbau schätzt das Unternehmen auf rund 170 Millionen US-Dollar. Er soll jährliche Einsparungen von ebenfalls 170 Millionen bringen.

Der Umsatz von ST ist im vierten Quartal auf 1,67 Milliarden geschrumpft. Während das operative Ergebnis auf 25 Millionen US-Dollar zurückging, brach der Nettogewinn auf 2 Millionen US-Dollar ein. Im Vorquartal hatte ST noch 1,76 Milliarden umgesetzt und ein operatives Ergebnis von 91 Millionen US-Dollar erzielt. Für das Schlussquartal 2014 stehen 1,82 Milliarden Umsatz und 48 Millionen US-Dollar operativer Gewinn zu Buche.

Für das Gesamtjahr verzeichnet der Hersteller einen Umsatzrückgang von 7,4 auf 6,9 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis brach von 168 auf 109 Millionen US-Dollar ein. Zugleich ging der Nettogewinn von 128 auf 104 Millionen US-Dollar zurück. Der Ausblick für das laufende erste Quartal verspricht keine schnelle Besserung: Der Umsatz soll voraussichtlich weiter um rund 3 Prozent zurückgehen, die Bruttomarge ebenfalls sinken.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz hat eigenen Angaben zufolge rund 43.600 Mitarbeiter. ST betreibt Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in zehn Ländern sowie elf Fertigungsstätten. Die Umsetzung der Sparmaßnahmen soll an den betroffenen Niederlassungen im Einklang mit den jeweils geltenden Regulierungen erfolgen. (vbr)