Chips and More muss Insolvenz anmelden

Der Distributor und Speicher-Lieferant Chips und More mit seinen Eigenmarken CN Memory und I.onik hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Freiburg eröffnete mittlerweile das Insolvenzverfahren.

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Update
Von
  • Robert Höwelkröger

Nun hat es den Nächsten der Branche erwischt: Chips and More mit seinen Eigenmarken I.onik und CN Memory musste Zahlungsunfähigkeit eingestehen. Geschäftsführer Jörg Gröpper meldete daraufhin Insolvenz an. Am gestrigen Montag eröffnete das Amtsgericht Freiburg das Insolvenzverfahren und bestimmte den Freiburger Rechtsanwalt Dr. Thomas Kaiser zum Insolvenzverwalter.

Gegründet wurde Chips & More 1998 als Distributor für Speicherlösungen in Freiburg. Zwischenzeitlich umfasste das Angebot Speicherprodukte für Digitalkameras, PCs, Notebooks, Handys und MP3 Player. Die Eigenmarken CN Memory und I.onik machten aber den Großteil des Geschäfts aus. Im vergangenen Jahr sagte COO Alexander Laske gegenüber heise resale im Rahmen der IFA, dass der Distributionsbereich nur noch 3 Prozent des Geschäfts ausmache. Vielmehr erwarte sein Unternehmen durch CN Memory und I.onik für 2012 einen Umsatz von 120 Millionen, so Laske damals.

[Update] Mittlerweile hat sich der Konzern zur Anmeldung des Insolvenzverfahrens geäußert. "Das war kein angenehmer, aber ein notwendiger Schritt“, sagte Geschäftsführer und Unternehmensgründer Jörg Gröpper, der mit diesem Vorgehen die Firmenkrise meistern will. Laut Unternehmensangaben haben sich die Tablets der Eigenmarke von i.onik zur Nr. 3 nach Apple und Samsung gemausert. "Die hohen Investments, unter anderem bei der Entwicklung unseres eigenen Android-Betriebssystems, haben eine Kapitallücke geschaffen“, erklärt Jörg Gröpper. Allerdings seien die Reaktionen von Partnern, Kunden und Lieferanten durchweg positiv. Zudem wird die Geschäftsführung in ihrer Entscheidung nach eigenen Angaben von den Mitarbeitern unterstützt.

Insolvenzverwalter Dr. Thomas Kaiser und seinen Kollegen haben in den letzten zwei Tagen bereits erste Gespräche mit den Beteiligten geführt. Sie kommen zu einer vorsichtigen Einschätzung der Lage: "Wir haben eine motivierte und engagierte Belegschaft und eine hohe Gesprächsbereitschaft bei allen Beteiligten vorgefunden, die uns zuversichtlich stimmt. Sowohl Kunden als auch Lieferanten signalisieren übereinstimmend, dass sie auch jetzt zu Chips and More GmbH und ihren Mitarbeiter stehen, und diese aufgrund der guten Zusammenarbeit in der Vergangenheit unterstützen werden. Die Voraussetzungen sind somit gut, um mit Chips and More weiter am Markt präsent zu sein.“ Die vorläufige Insolvenzverwaltung hat darüber hinaus zugesagt, mögliche Garantiefälle wie bisher abwickeln zu wollen. (roh)