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Christoph Mohn hält europäische "Airbus-Strategie" im Internet für notwendig

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Der Sohn des Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn, Christoph Mohn, hat gegen die US-Konkurrenz im Internet eine engere europäische Zusammenarbeit vorgeschlagen. Dazu sollten sich die Europäer die Airbus-Strategie in der Luftfahrtindustrie zum Vorbild nehmen, sagte der Chef des viertgrößten europäischen Internetportals Lycos Europe der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times.

Bislang sei es nicht gelungen, gegen US-Firmen wie Google oder eBay eine vergleichbare Konkurrenz aufzubauen. "Das ist nicht gut für die Europäische Union", meinte Mohn, der über die Christoph Mohn Internet Holding GmbH auch zu 12,1 Prozent an Lycos Europe beteiligt ist. Bertelsmann hält über seine Internet-Holding zusätzlich 20 Prozent der Anteile.

Mohn erinnerte daran, dass die Europäer bis zum Aufbau des Airbus-Konzerns auch in der Luftfahrtindustrie hinter den USA zurückgelegen hätten. Im Internet sei nun ebenfalls eine Zusammenarbeit erforderlich. "Die Nano-Technologie, die Bio-Technologie und das Internet sind die Wachstumsindustrien. Aber auf den meisten Feldern hat Europa keine gute Position." Mohn unterstützte auch den von Frankreich und Deutschland initiierten Plan für die europäische Suchmaschine Quaero: "Das ist ein bisschen wie bei Airbus. Ich glaube nicht, dass eine Konzentration in der europäischen Internet-Industrie notwendig ist, aber es benötigt Zusammenarbeit." Es gehe nicht einfach darum, Google zu schlagen, sondern um den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Internet-Industrie.

Ende vergangener Woche hatte die EU-Kommission eine Umfrage gestartet, um die Möglichkeiten für einen einheitlichen EU-Markt zur Auslieferung von Online-Inhalten zu eruieren. (jk)

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