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Chrome-Browser: Neues Design zum 10. Geburtstag

Zum 10. Geburtstag bekommt der Chrome-Browser ein neues Aussehen. Die Tabs und die Adressleiste verlieren ihre Ecken und Kanten, außerdem wird Flash gemobbt.

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Chrome-Browser: Neues Design zum 10. Geburtstag

Der Offline-Dino trägt einen Partyhut, denn Chrome ist 10 Jahre alt geworden.

Zum 10. Geburtstag erhält der Chrome-Browser ein neues Aussehen: Die Bedienoberfläche der Version 69 wird etwas weißer, außerdem verlieren die Tabs ihre Ecken und Kanten. Das Profil-Icon befindet sich nun rechts neben der Adressleiste (Omnibox), deren Ecken ebenfalls abgerundet sind. Um einen neuen Tab zu öffnen, klickt der Nutzer auf ein neues Plus-Symbol, das die rhomboide Schaltfläche neben den geöffneten Tabs ersetzt. Das neue Chrome-Design folgt dem "Material Design Refresh", das Google in all seinen Diensten plattformübergreifend einführen will. Der übersichtlichere Look soll auch die Produktivität steigern, hofft das Unternehmen.

Mehr Weiß, abgerundete Tabs und Adressleiste: Die neue Bedienoberfläche von Chrome.

Das aktuelle Chrome-Update enthält außerdem die obligatorischen Sicherheitsupdates, Leistungsverbesserungen – und ein bisschen "auto-magic", schreibt "Browser Boss" Parisa Tabriz in einem Tweet. Diese Magie sorgt dafür, dass Chrome Online-Formulare "genauer ausfüllt", also schnell die passenden Infos einträgt. Die Adressdaten, Kontoangaben und andere persönliche Infos werden im Google-Konto gespeichert und sind jetzt auch über die Chrome-Symbolleiste abrufbar. Auf Wunsch erzeugt der Browser zudem sichere Passwörter und die Omnibox liefert direkt Antworten zu Suchanfragen. Frei definierbare Shortcuts auf der "Neuer Tab"-Seite führen zu den Lieblingsseiten der Nutzer.

Mit Chrome 69 soll laut Enterprise Release Notes die Verwendung von Flash noch weniger Spaß machen: Ab sofort müssen Chrome-Nutzer das Plug-in nämlich nach jedem Neustart des Browsers erst wieder aktivieren, wenn eine Webseite danach verlangt. Das soll wohl den Nutzern stärker vor Augen führen, dass Flash eigentlich überflüssig ist und daher deaktiviert gehört. Adobe hatte vergangenen Sommer verkündet, Flash ab Dezember 2020 nicht mehr zu unterstützen.

Weil die erste Version von Chrome vor zehn Jahren erschienen ist, trägt der Offline-T-Rex temporär ein Partyhütchen. Es handelt sich dabei um ein Easteregg im Easteregg: Findet Chrome keine Verbindung zum Internet, lädt der Dino zu einem kleinen Jump'n'Run ein; das Spiel ist auch über die Adresse chrome://dino/ zu erreichen, los geht's mit der Leertaste. Zum Chrome-Geburtstag mampft der kleine Dino eine Pixel-Torte.

Als am 2. September 2008 die erste Version von Chrome erschien, erklärte ein Web-Comic die Details zum neuen Browser.

(Bild: Google)

Nach dem Motto "Veröffentliche früh und entwickle dann weiter" war am 2. September 2008 die erste unfertige Fassung von Chrome erschienen: Version 0.2 für Windows. Die stabile Version 1 folgte im Dezember 2008. Fassungen für Linux und macOS kamen erst 2009 auf den Markt.

Google bewarb seinen schlanken Internet-Explorer-Konkurrenten als "fresh take on the browser" und stellte den kompletten Quellcode ins Netz. Während der Internet Explorer mit modernen Web-Standards arge Schwierigkeiten hatte, bestand schon die erste Chrome-Fassung die beiden Browser-Tests "Acid1" und "Acid2".

Chrome überzeugte die Nutzer mit aufgeräumter Bedienoberfläche und hoher Geschwindigkeit: Dank der Implementierungen von V8 in Chrome lief JavaScript viel schneller als etwa im Firefox-Browser. Eine weitere Innovation war das "Sandboxing" einzelner Tabs: Stürzte ein Tab ab, riss es nicht gleich den gesamten Browser mit in den Abgrund.

Aktuell ist Google Chrome mit einem globalen Marktanteil von mehr als 60 Prozent der Marktführer unter den Desktop-Browsern. In Deutschland sind es laut Statista 40 Prozent, gefolgt von Firefox mit 26 Prozent. Der Internet Explorer, einstiger Spitzenreiter, hat einen weltweiten Anteil von nur noch 11 Prozent; zu seinen besten Zeiten waren es 90 Prozent gewesen.

Früher haben Webmaster ihre Webseiten deshalb gezielt für den Internet Explorer optimiert – heute gibt es Web-Apps, die ausschließlich mit Chrome funktionieren, darunter etwa Google Earth. YouTube, das seit 2006 zu Google gehört, ist in Chrome am schnellsten. Die Videoplattform nutzt alte Schnittstellen, die nur im Google-Browser implementiert sind. Hinzu kam in der Vergangenheit das aggressive Marketing von Google: "Hol dir Google Chrome", forderte etwa Gmail alle Firefox-Nutzer auf. Der ehemalige Mozilla-Technikchef Andreas Gal warf Google vor, seine Monopolstellung auszunutzen. Der Kampf ums offene Web sei aber noch lange nicht entschieden. Und wer weiß: Vielleicht gibt es in zehn Jahren wieder einen anderen Browser an der Spitze. (dbe)