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Chrome-Entwickler wollen Kontextmenü entschlacken

Das Tab-Kontextmenü von Chrome soll kürzer werden und weniger Optionen enthalten. Was den meisten Nutzern egal sein dürfte, könnte Poweruser irritieren.

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Die Chrome-Entwickler wollen das Tab-Kontextmenü ordentlich entschlacken und Optionen entfernen, die kaum jemand nutzt. Opfer der Verschlankung ist auch der Befehl "Andere Tabs schließen". Er ist zu lesen, wenn Nutzer ein Tab mit der rechten Maustaste anklickt. In der aktuellen Canary-Version von Chrome fehlt der Eintrag im recht kurzen Kontextmenü.

Ebenfalls gestrichen wurden die Optionen "An meine Geräte senden" und "Neuer Tab". Zudem lassen sich geöffnete Tabs nicht über das Kontextmenü als Lesezeichen sichern ("Alle Tabs als Lesezeichen speichern …"). Geschlossene Tabs wieder zu öffnen, ist ebenfalls nicht mehr über das Menü möglich – aber weiterhin mit dem Tastenkürzel Strg+Shift+T. Immerhin durfte der Menüpunkt "Tabs rechts schließen" bleiben.

Doch warum überhaupt diese unauffällige Änderung, die maximal nur Poweruser bemerken werden? Ein Chromium-Commit gibt Aufschluss: Demnach sollen die Kontextmenüs mehr den "Nutzererwartungen entsprechen". Die Entwickler haben dazu offenbar Nutzerdaten ausgewertet: Bereits 2016 verrieten die Zahlen, dass lediglich 2,2 Prozent der Chrome-Anwender die Option "Andere Tabs schließen" im Kontextmenü angeklickten.

Im entschlackten Tab-Kontextmenü (unten, Chrome Canary) fehlen Optionen, die kaum jemand nutzt.

Gerade einmal 0,64 Prozent speicherten alle Tabs als Booksmarks über das Kontextmenü ab. Die Statistiken hatte Google-Entwickler Matt Giuca im September 2016 im Chromium-Bugtracker gepostet. Schon damals gab es Diskussionen über das Kontextmenü und dessen Umfang. Doch erst jetzt kam es zur Umsetzung, zumindest in der Vorabversion von Chrome.

Chrome-Nutzer konnten sich immer auf eine gewisse Kontinuität verlassen. Doch vor Kurzem sorgten die Chrome-Entwickler für Irritationen, als sie beschlossen, einige "irrelevante Bestandteile" der URL in der Adressleiste auszublenden. Noch ist das verkürzte Kontextmenü nicht final. Es bleibt also offen, es es dann auch Teil der stabilen Chrome-Version wird. (dbe)