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Chrome-Entwicklerversion mit VP8/WebM-Unterstützung

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Etwas später als ursprünglich erwartet hat Google Entwicklerversionen seines Web-Browsers Chrome für Windows, Mac OS X und Linux veröffentlicht, die das auf der Google I/O als Gegenentwurf zu MPEG-4 AVC vorgeschlagene VP8/WebM-Format für HTML5-Video unterstützen.

Damit ist Chrome nach Vorabversionen seines Open-Source-Pendants Chromium, Firefox und Opera der vierte Browser, der ohne externes Plug-in mittels HTML5-Videoelement in Webseiten eingebettete VP8-Videos abspielen kann. Selbst Microsoft will WebM mit dem kommenden Internet Explorer 9 unterstützen, allerdings werden die Nutzer die nötigen Codecs (Video: VP8, Audio: Ogg Vorbis) und den Splitter für das Container-Format WebM selbst installieren müssen. Somit muss sich Microsoft keine Gedanken um etwaige Patentstreitigkeiten machen.

Google ist durch die Übernahme des Videospezialisten On2 Technologies in den Besitz des Videocodecs VP8 gekommen und hat ihn anlässlich der Entwicklerkonferenz Google I/O unter Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Zwar wurde VP8 quasi um patentierte Verfahren herum programmiert, dennoch will die MPEG LA einen Patentpool mit Ansprüchen gegen das Format zusammenstellen. Google gewährt jedem das Recht, VP8/WebM dauerhaft kostenfrei zu nutzen; verklagt jemand Google jedoch wegen Patentverletzungen, erlischt die demjenigen gewährte Nutzungslizenz.

Wer das HTML5-Experiment von YouTube aktiviert, kann mit einem der oben genannten Browser nicht nur mittels HTML5-Videoelement eingebettete H.264-Inhalte abspielen, sondern auch WebM, sofern dieses vorliegt beziehungsweise der Parameter "&webm=1" an die URL angehängt wird. (vza)