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Chrome-Nutzer laden kaum noch Flash-Inhalte

Die Bedeutung von Adobe Flash schwindet rasant: Immer weniger Chrome-Nutzer besuchen Webseiten, die Flash-Elemente enthalten. Das zeigen neue Daten von Google.

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Chrome-Nutzer laden kaum noch Flash-Inhalte

Der Prozentsatz der täglichen Chrome-Nutzer, die mindestens eine Webseite mit Flash-Elementen geladen haben, ist signifikant gesunken: Waren es Mitte 2014 noch rund 80 Prozent der Chrome-Nutzer, waren es im Frühjahr 2018 nur noch 8 Prozent. Die Statistik über die rückläufigen Zahlen von Flash präsentierte Parisa Tabriz auf einem Symposium in San Diego. Tabriz ist als Director of Engineering bei Google für die Sicherheit von Chrome verantwortlich. In ihrem Vortrag ging es laut Bleeping Computer vor allem um die Sicherheitsfunktionen des Browser. "Natürlich hat sie auch Flash erwähnt."

Die Zahlen waren durchaus zu erwarten, schließlich hat Adobe selbst den Tod von Flash verkündet: 2020 ist endgültig Schluss. Für diesen Tag kündigte Tabriz eine Party an, sie sehne den Tag sehr herbei, verriet sie dem Standard. Als Sicherheitsexpertin ist Tabriz verständlicherweise keine große Flash-Freundin. Auch die etablierten Browser wollen mit dem Multimedia-Urgestein nicht mehr viel zu tun haben: Chrome, Firefox und Edge setzen allesamt auf das sogenannte "Click to Play". Flash-Inhalte werden also nur noch auf expliziten Nutzerbefehl ausgeführt. Die Zahlen aus Tabriz' Statistik hätten viele Industrie-Experten aber dennoch überrascht, schreibt Bleeping Computer.

Von 80 auf 8 Prozent: Immer weniger Chrome-Nutzer stoßen noch auf Flash-Inhalte im Web.

(Bild:  Bleeping Computer )

Eine Erklärung für den rasanten Rückgang von Flash ist, dass viele Werbe- und Streaming-Plattformen längst auf HTML5 umgesattelt haben. Es dauert also eine Weile, ehe ein Nutzer überhaupt auf ein Flash-Element stößt. Die Anzahl der Computer, auf der Flash-Player noch installiert ist, dürfte aber weiterhin hoch sein. Die von Tabriz genannten 8 Prozent sagen nur aus, dass wenig Chrome-Nutzer Flash verwenden, um Web-Inhalte abzuspielen.

Immer wieder entpuppte sich der Flash-Player als Sicherheitsrisiko und gilt inzwischen als gefährliches Relikt. Die Zukunft gehört modernen Standards wie HTML5, WebGL oder WebAssembly. Google will Flash aus seinem Chrome-Browser in Version 87 komplett entfernen. Sein Release ist für Dezember 2020 geplant. Schon vorher wird Flash in Chrome standardmäßig deaktiviert, das soll in Version 79 passieren, die im Juli 2019 erscheint. Die Nutzer müssen das Plug-in dann erst einschalten, um Flash in der "Click to Play"-Variante zu verwenden. (dbe)

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