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Chrome-Update für den IPv6-Test

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In knapp 14 Tagen wollen am World IPv6 Day über 200 Webseiten für einen Tag zusätzlich zum herkömmlichen IPv4 auch IPv6 ausprobieren. Zu den Initiatoren gehören die ganz Großen des Internets: Facebook, Yahoo, Akamai, Limelight Networks und Google. Dieser Dual-Stack-Betrieb kann jedoch manche Surfer von den teilnehmenden Seiten abschneiden. Denn einige Betriebssysteme brauchen bei einer gestörten IPv6-Verbindung viel zu lange, um auf IPv4 zurückzuschalten, oder versuchen es wie Apples iOS gar nicht erst.

Um diese Betriebssystem-Bugs drückt sich Googles Browser Chrome seit der neuesten Version 11.0.696.71 herum, indem er selbst die Wahl zwischen den IP-Versionen trifft. Er probiert dazu beide Verbindungen gleichzeitig und nutzt die schneller reagierende. Das besondere an Googles Implementierung dieser als "Happy Eyeballs" bekannten Technik ist, dass IPv6 einen willkürlich festgesetzten Vorsprung von 300 Millisekunden bekommt. Den Patch hat Google besonders schnell durch die Instanzen geschleust, damit er pünktlich zum World IPv6 Day bei möglichst vielen Chrome-Nutzern aktiv ist: In einer ersten öffentlichen Test-Version (Canary Build) war er am 14. Mai, seit dem 24. Mai ist er Bestandteil der stabilen Version.

Die "Happy Eyeballs"-Methode ist umstritten, weil damit einzelne Applikationen Fehler verbergen, die eigentlich im Netzwerk oder in den Betriebssystemen stecken. Nach Ansicht einiger Teilnehmer sollte der World IPv6 Day dazu dienen, diese Fehler zu finden, indem sie möglichst spektakulär auffallen.

Außerdem nennen die Release Notes vier gestopfte Sicherheitslücken, davon drei kritische in der Speicherbehandlung. Außerdem war es möglich, den Pop-up-Blocker zu umgehen. (je)