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Chrome testet Bild-in-Bild-Schnittstelle für Videos

Browser können Videos bald in einem eigenen Fenster auslagern, das über allen Inhalten schwebt. Möglich macht das die neue Picture-in-Picture-Schnittstelle. Chrome-Nutzer können die Funktion mit Canary bereits testen.

Chrome testet Bild-in-Bild-Schnittstelle für Videos

Die neue Picture-in-Picture-Schnittstelle (PiP) erlaubt Webseiten, Videos in ein "schwebendes Fenster" auszulagern. Dieses Fenster muss nicht innerhalb einer Webseite liegen, sondern schwebt etwa über der Windows-Taskleiste außerhalb des Browsers. Die Nutzer können also auf einer Webseite hoch und runter scrollen, während in der Ecke des Bildschirms das Video läuft. Perfekt für Multitasker, die nebenher gern c't uplink schauen.

"Viele Nutzer möchten weiterhin Medien konsumieren, während sie andere Inhalten auf ihrem Gerät anschauen", erklärt Google-Entwickler François Beaufort laut Bleeping Computer. Noch ist das PiP-API aber kein fertiger Web-Standard. Chrome-Nutzer können die Funktion aber schon jetzt mit der Canary-Version ausprobieren. Dazu müssen Sie unter chrome://flags die folgenden Flags aktivieren:

#enable-experimental-web-platform-features
#enable-surfaces-for-videos
#enable-picture-in-picture

Nach einem Neustart laden Sie die experimentelle Erweiterung Picture-in-Picture von François Beaufort herunter und entpacken sie. Schalten Sie dann unter chrome://extensions den Entwicklermodus ein und klicken auf "Entpackte Erweiterungen laden", um die Extension hinzuzufügen (sie liegt im Ordner "src"). Auf YouTube-Videos sehen Sie nun ein PiP-Icon.

Richtig losgehen soll das PiP-Experiment aber erst, wenn Chrome 68 im Beta-Channel erscheint (geplant für den 7. Juni). Anschließend wollen die Entwickler entscheiden, ob und wie sie die Bild-in-Bild-Funktion in Chrome einbauen. Die Web Platform Incubator Community Group (WICG) hat erste Details über das Browser-spezifische API veröffentlicht. Webseiten können über PiP die Größe des Video-Fensters bestimmen und kontrollieren, wann sich das Pop-up öffnet und wieder schließt. Offenbar müssen Seitenbetreiber gar nicht viel an ihrem Code ändern: In ersten Tests ließen sich fast alle Videos in dem Pop-up abspielen, berichtet Bleeping Computer. Auch der Safari-Browser von Apple hat das Picture-in-Picture-API bereits an Bord. (dbe)

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