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Cisco klagt gegen chinesischen Konkurrenten Huawei

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Cisco geht gegen die Konkurrenz aus China vor: Vor einem Gericht in Texas klagt der Router-Weltmarktführer gegen HuaWei und dessen im vergangenen Jahr gegründeten US-Tochter Futurewei wegen einer Reihe von Copyright- und Verstößen gegen das Patentrecht. Objekt des Anstoßes sind HuaWeis Quidway-Router, die laut der Klage regelrechte Klone der Cisco-Router sein sollen. In der Branche sind die auffälligen Ähnlichkeiten der Baureihen Cisco 2600 und Quidway 2620 bereits diskutiert worden.

HuaWei unterbietet die Preise für Cisco-Router bis zu 50 Prozent und machte 2001 bereits elf Prozent seines Milliardengewinns außerhalb Chinas. Die Urheberrechts- und Patentverletzung beinhalte an erster Stelle Ciscos Internetwork Operation System (IOS) und das Command Line Interface (CLI) der Cisco-Router, heißt es in der gestern an einem texanischen Gericht eingereichten Klage. Zum Beweis haben Ciscos Anwälte die CLI-Kommandozeilen für die beiden Routerfamilien und Ausschnitte aus den fast wortgleichen User Manuals beigefügt. Beim IOS seien selbst kleinere Bugs im HuaWei-Produkt auffindbar, heißt es in der Klage. Abgesehen vom geklauten Quellcode samt User Manuals sieht Cisco fünf einzelne Patente verletzt.

HuaWeis Vizepräsident Fei Min habe kürzlich eingeräumt, dass man von allen führenden Hardware-Ausrüstern lernen wolle, heißt es in der Klageschrift. Die Beweise zeigten nun allerdings eindeutig, dass damit wohl nichts anderes als "schamloses Kopieren" gemeint gewesen sei. Cisco hat nun den sofortigen und dauerhaften Stop des Verkaufs der Qidway-Router beantragt und klagt außerdem auf Schadenersatz in nicht bezeichneter Höhe. Eine Sprecherin von HuaWei sagte in Medienberichten lediglich, ihr Unternehmen habe das Recht am geistigen Eigentum zu jeder Zeit beachtet. (Monika Ermert) / (anw)