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Cisco will den weltweiten Markt für IT-Sicherheit anführen

Der Chef von Cisco Deutschland, Oliver Tuszik, hat die Parole ausgegeben, dass der US-Vernetzungskonzern die "Nummer Eins im Security-Markt" werden soll. Dies sei Voraussetzung für den Erfolg des Internets der Dinge.

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Oliver Tuszik

(Bild: heise online / Stefan Krempl)

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Cisco will in der IT-Sicherheit deutlich aufrüsten. "Wir werden Nummer Eins im Security-Markt werden", setzte Oliver Tuszik, Chef von Cisco Deutschland, die Zielmarke zur Eröffnung der Hausmesse des US-Routerherstellers am Donnerstag in Berlin. Cisco habe – wie mit Servern – schon den einen oder anderen Markt aufgemischt. Das Feld IT-Sicherheit müsse der Konzern nun angehen, da es sonst mit der Verwirklichung des "Internet of Everything" nichts werde.

"Wir werden 2020 etwa 50 Milliarden vernetzte Geräte haben", prognostizierte Tuszik auf der Cisco Connect. 40 Prozent der Daten würden dann vollautomatisch durch Sensoren generiert. Standmaschinen oder Blutzuckermessgeräte, die Internetanschluss erhielten, seien aber "nicht gebaut für Cybersecurity". Nötig sei daher ein neuer, netzwerkzentrischer Sicherheitsansatz, in dem neben dem Datenschutz auch die Verfügbarkeit und der "physische Schutz von Mensch und Material" gleich und kontinuierlich berücksichtigt werden müssten.

Das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 sind für den deutschen Cisco-Chef "nur mit Sicherheit" zu realisieren. Die benötigten Security-Produkte müssten "deutsch können". Der Vernetzungskonzern, der derzeit immer wieder mit fatalen Sicherheitslücken zu kämpfen hat, wolle mit Partnern und Kunden wie Rohde & Schwarz oder T-Systems hierzulande zusammenarbeiten. Ein Projekt dabei sei es, eine "deutsche Cloud nach hiesigen Standards" und Kontrollmöglichkeiten aufzubauen. Sonst gehe das Vertrauen in die Netzdienste flöten.

Dass Datenschutz hierzulande nicht erst seit dem NSA-Abhörskandal ein "kritisches Thema" sei und eine "hohe Sensibilität" in dieser Frage bestehe, sieht Tuszik nicht als Makel. Dieser Aspekt spiele vielmehr eine wichtige Rolle bei der von ihm erwarteten "deutschen Internetwelle".

Das allgegenwärtige Netz steht bei Cisco für die Digitalisierung der gesamten physischen Welt und die Verbindung von Dingen, Menschen, Prozessen und Daten. Dies spiele direkt mit dem Trend Big Data zusammen, erläuterte der Manager. Letztlich gehe es darum, aus dieser Entwicklung "mehr Wissen zu bauen, um bessere Entscheidungen zu treffen".

Wearables oder vernetzte Implantate am Menschen sowie Sensoren in Autos, Parkuhren, Maschinen, Bäumen oder Häusern sollen helfen, "unser Leben sicherer und besser zu machen". Ein Pflaster, das etwa den Blutzucker messe, könne verbunden mit dem Internet Diabetes-Kranken sogar "Leben retten". Reifen würden dem Fahrer mitteilen, dass "sein aktueller Fahrstil nicht ganz angepasst ist, weil er zuviel Sprit verbraucht". Landmaschinen berücksichtigten Daten vom letzten Mähen, damit nicht überdüngt wird.

Das Potenzial in Deutschland für das Internet of Everything bezifferte er auf 730 Milliarden Euro in der nächsten Dekade. Schon jetzt liege die Bundesrepublik hier weltweit auf Platz 3 hinter den USA und China. Vorreiter hierzulande seien etwa Bosch, die Deutsche Bahn, Siemens oder Trumpf sowie Städte wie Berlin, Hamburg oder München. Cisco selbst wolle in der Bundeshauptstadt das Netz der Dinge mit einem eigenen Forschungszentrum ausloten und stärker in die Startup-Förderung einsteigen. (anw)