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Clintons Wahlkampfchef: Russland und Wikileaks helfen Trump

John Podesta, Hillary Clintons Wahlkampfchef, geht davon aus, dass das Trump-Lager Unterstützung durch russische Hacker und Wikileaks erhalten hat. Trumps Berater Roger Stone hätte in einem Tweet sogar so etwas angedeutet.

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Hillary Clintons Wahlkampfchef John Podesta beschuldigt russische Geheimdienste, hinter einem Hackerangriff auf sein Mail-Konto zu stecken und schließt sich damit der Meinung der US-Regierung an. Diese hatte am Freitag Russland beschuldigt, mit Hackerangriffen die US-Wahl beeinflussen zu wollen. Dabei legte sie allerdings keine technischen Belege vor. Die Bundespolizei FBI ermittle nun in dem Fall, sagte John Podesta laut New York Times und CBS.

Podesta beschuldigte den Berichten zufolge zudem das Wahlkampfteam des republikanischen Kandidaten Donald Trump, vom Wikileaks-Gründer Julian Assange im Voraus über die Veröffentlichung der gehackten E-Mails informiert worden zu sein. So habe das Trump-Lager mit den Leaks etwa von dem Video ablenken können, das frauenfeindliche und vulgäre Äußerungen des Präsidentschaftskandidaten aus dem Jahr 2005 belegt.

Dass Trumps Wahlkampfteam solch einen Trumpf in der Hand gehabt hätte, habe Trumps Berater Roger Stone schon im August in Zusammenhang mit den ersten Hackerangriffen getwittert, erklärte Podesta. In dem Tweet des Trump-Beraters heißt es, dass auch Podestas Zeit bald komme.

(Bild: Twitter)

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am 7. Oktober eine große E-Mail-Sammlung ins Netz gestellt, bei der es sich um Korrespondenz Podestas handeln soll. Die Echtheit der geleakten Mails wollte Podestas bisher nicht bestätigen.

Bereits im Juli hatte Wikileaks gehackte Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstandes der Demokraten veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass diese im Vorwahlkampf für Clinton voreingenommen waren, was zum Rücktritt der Parteichefin Debbie Wasserman Schultz führte.

Außerdem veröffentlichte im Juni ein Hacker unter dem Namen Guccifer 2.0 Dokumente der Demokratischen Partei und drohte mit weiteren Veröffentlichungen. Schon zu diesem Zeitpunkt ging die Demokratische Partei von einer Spionage-Kampange russischer Hacker aus. Gufficer 2.0 versuchte allerdings klarzustellen, dass nicht die Russen die Demokratische Partei gehackt hätten, sondern er.

In einer Stellungnahme des Nationalen Geheimdienstdirektors James Clapper am 7. Oktober wurde allerdings erneut mit der Vorgehensweise der Hacker und der Art der Veröffentlichung von Material argumentiert, die für eine russische Beteiligung spreche: "Die jüngsten Offenlegungen von angeblich gehackten E-Mails auf Webseiten wie DCLeaks.com und WikiLeaks sowie durch Guccifer 2.0 […] stehen im Einklang mit den Methoden und Motiven russisch gelenkter Anstrengungen." Russland habe ähnliche Taktiken und Techniken bereits in Europa und Eurasien angewandt, um vor Ort die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Der russische Vizeaußenminister Sergeî A. Râbkov wies am darauffolgenden Tag in einem Kommentar darauf hin, dass "Beweise komplett fehlen". Seit November habe Russland den USA wiederholt Zusammenarbeit im Kampf gegen illegale Online-Aktivitäten angeboten, doch sei bis heute keine Übereinkunft erzielt worden. Außerdem sei das Schüren von Emotionen gegen russische Hacker ein "schmutziger Trick" im US-Wahlkampf, an dem sich auch die US-Regierung beteilige. (kbe)