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Cloud-ERP von Lexware für Mittelstandsbetriebe

Lexware will eine anpasspare ERP-Cloudanwendung entwickeln. Das Produkt mit dem Projektnamen Topas soll größere Betriebe ansprechen als die derzeit offerierten Pakete. Für die Entwicklung sucht das Softwarehaus jetzt Programmierer.

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Cloud-ERP von Lexware für Mittelstandsbetriebe

Das Unternehmens-Softwarehaus Lexware, bisher bekannt durch konfektionierte kaufmännische Anwendungen, will binnen zwei Jahren eine individuell erweiterbare ERP-Anwendung als Cloud-Software auf den Markt bringen. Das Projekt Topas fußt auf einer Kooperation mit dem US-Anbieter Acumatica. Der vermarktet seit 2008 ein ähnliches System auf Basis eines Softwarebaukastens mit offener Anwendungsschnittstelle in den USA.

Um die Software an europäische Anforderungen anzupassen, werden die Freiburger Entwickler viel ergänzen müssen, zum Beispiel für europäische Bilanzierungsregeln, landesübliche Kontenrahmen, Anmeldeprozeduren wie Elster und Atlas, Umgang mit Fremdsprachen und Fremdwährungen. Acumatica sei dafür eine gute Ausangsbasis, erklärt Projektleiter Markus Dränert gegenüber heise online, die Amerikaner hätten ihr System von vornherein auf die Übernahme und Erweiterung durch ausländische Partner ausgerichtet.

Für die Anpassung meldet Lexware jetzt zusätzlichen Personalbedarf an, zuerst einmal für Softwareentwickler. Auf lange Sicht wird aber noch mehr Verstärkung fällig werden, weil in der anvisierten Anwendungsklasse weit mehr Verkaufsberatung und technischer Support benötigt wird als für die Vermarktung von konfektionierten Programm-DVDs.

Lexware will das aber schrittweise angehen und die neue Anwendung zuerst nur mit unveränderlichem Funktionsumfang herausbringen. Außerdem soll sich die Software in der ersten Stufe ausschließlich als Dienst aus einer Public Cloud nutzen lassen. Immerhin legt sich das Softwarehaus schon heute eindeutig fest, dass es dafür ausschließlich Hoster mit deutschen Servern in Betracht zieht. Später sollen dann wie bei Acumatica auch Angebote zum Hosten in einer Private Cloud oder zur Installation der Server-Software vor Ort hinzukommen.

Auch die Customisierbarkeit wollen die Freiburger erst in einer späteren Software-Release umsetzen, wenn sie dafür eine adäquate Vertriebs- und Support-Infrastruktur zur Verfügung haben. Schon vorher soll aber ein Migrationswerkzeug herauskommen, das Anwendern etwa von Lexware Financial Office den Aufstieg in die neue Umgebung ermöglicht. (hps)