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Cloud-Umsätze beflügeln Microsofts Geschäfte

Der Umsatz mit Windows-Lizenzen geht zurück, die Cloud-Dienste boomen - wenn auch für manche Anleger nicht genug.

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Microsoft-Zentrale in München

Die Zentrale von Microsoft Deutschland in München.

Microsoft hat im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2019 seinen Gewinn deutlich steigern können. Operativ legte er im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 10,258 Milliarden US-Dollar zu. Der Nettogewinn lag bei 8,420 Milliarden US-Dollar – im gleichen Quartal des Vorjahres hatte Microsoft einen Verlust von 6,302 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, verursacht vor allem durch die einmalige Belastungen aus Trumps-Steuerreform, mit der Konzerne ihre gebunkerten Auslandsgewinne bei relativ niedrigen Steuernachzahlungen heimholen konnten. Unter Herausrechnung der Einmalbelastungen stieg der Gewinn Microsofts um 14 Prozent von 7,498 auf 8,577 Milliarden US-Dollar.

Satya Nadella, Vorstandsvorsitzender von Microsoft, freut sich angesichts der aktuellen Geschäftszahlen erneut darüber, dass - trotz immer wiederkehrender technischer Probleme - die Cloud-Umsätze stark wachsen.

Der Umsatz Microsofts kletterte im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 32,471 Milliarden US-Dollar. Microsoft-Chef Satya Nadella führte die Zuwächse vor allem auf das boomende Cloud-Geschäft zurück, das "die tiefen und wachsenden Partnerschaften zeige, die Microsoft mit führenden Unternehmen in jeden Industrieberiech habe, einschließlich Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen". Mit kommerziellen Cloud-Angeboten legte Microsoft beim Umsatz insgesamt um 48 Prozent auf 9 Milliarden US-Dollar zu.

Zwar hatte Microsoft in den letzten Wochen immer wieder technische Probleme vor allem mit den Cloud-Angeboten für Office und Unternehmen, in den Bilanzen schlugen sich solche Schwierigkeiten allerdings noch nicht nieder. Der Umsatz mit Office-Produkten und -Cloud-Dienstleistungen stieg um 11 Prozent, mit Office 365 für Unternehmen um 34 Prozent. Dagegen stieg der Umsatz mit Office 365 für Privatkunden lediglich um 1 Prozent.

Mit kommerziellen Windows-Produkten und Cloud-Diensten konnte Microsoft immerhin um 13 Prozent zulegen, während der Umsatz mit Windows-Lizenzen für OEM-Hersteller dagegen um 5 Prozent sank – im Vorjahr hatte Microsoft hier noch ein Wachstum von 4 Prozent verzeichnen können. Die absolute Höhe der Umsätze mit Windows weißt Microsoft nicht mehr einzeln aus.

Allein mit den Cloud-Diensten auf der Azure-Plattform steigerte Microsoft den Umsatz um 76 Prozent. Das war allerdings einigen Anlegern anscheinend nicht genug, da der Zuwachs im vergangenen Jahr noch weit größer gewesen war – damals hatte das Azure-Wachstum noch 98 Prozent betragen. So sank der Aktienkurs von Microsoft im nachbörslichen Handel, nach Vorlage der Geschäftszahlen in den USA, erst einmal.

In einigen anderen Bereichen konnte Microsoft allerdings auch gut zulegen. So wuchs das Geschäft mit den Surface-Geräten etwa um 39 Prozent, mit Software und Diensten für die Xbox legte der Konzern um 31 Prozent zu. Server-Produkte und zugehörige Cloud-Dienste wuchsen um 24 Prozent, selbst das Anzeigengeschäft auf der Suchmaschine Bing steigerte Microsoft um 14 Prozent. Das Business-Netzwerk LinkedIn, das seit einiger Zeit zu Microsoft gehört, steigerte den Umsatz um 29 Prozent. (jk)

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