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Comdirect: Überweisungen eingeben mit Googles Sprachassistent

Kunden der Comdirect-Bank können Überweisungen nun auch via Sprache über den Google Assistant eingeben. Bankdaten gelangten aber nicht in die Hände Googles.

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Sprachassistenten

(Bild: dpa, kyodo)

Die Online-Bank Comdirect bietet ihren Nutzern ab sofort auch die Möglichkeit, über Googles Sprachassistenten Konto- und Depotstände abzufragen und Überweisungen einzugeben. Die Bank erhofft sich damit eigenen Angaben nach, ihren Kunden ein einfache, schnelle und intuitive Form zur Erledigung von Bankgeschäften zu eröffnen. Allerdings müssen die mit Sprachbefehlen eingegebenen Überweisung immer noch in Comdirects Banking-App vom Nutzer freigegeben werden, um sie auf den Weg zu bringen.

Für das "Voice Banking“ muss man im Google Assistant die Comdirect Action aktivieren und mit dem entsprechenden Comdirect-Konto verbinden. Mit dem Befehl "OK Google, rede mit Comdirect“ wird das Online-Banking gestartet; danach ist noch die Angabe des selbst gewählten Sprach-Passworts nötig. “Die Zugangsdaten für das Online-Banking bleiben bei Comdirect und gelangen nicht in die Hände von Google. Sie werden ausschließlich von der Comdirect Action genutzt“, betonte Matthias Hach, Vorstandsmitglied von Comdirect, laut Pressemitteilung.

Ein Sprecher von Comdirect führte den Vorgang des Sprach-Bankings auf Anfrage von heise online noch etwas aus: Per Sprachbefehl würden keine IBANs diktiert, Nutzer könnten lediglich einen Namen sowie eine Summe angeben, etwa "Überweise 5 Euro an Bill Gates". Die Spracheingabe würde vom Google Assistant verarbeitet und dann an die Comdirect-App weitergereicht. Sofern dort der Name mit IBAN hinterlegt ist, werde die Überweisung angelegt. Ansonsten müsste ein solcher Kontakt mit IBAN in der Comdirect-Anwendung eingetragen werden.

Bankdaten im engeren Sinne bleiben damit zwar innerhalb der Comdirect-App. Aber obiger Beispielbefehl leite zumindest einen Namen und eine Überweisungssumme zur Verarbeitung über Googleserver. Gleiches gelte auch für Konto- oder Depotstände, die man als Sprachausgabe über den Assistant abfragt. Diese Informationen ließen sich aber über die "My Activity"-Anzeige des Google-Accounts einsehen und gegebenenfalls auch löschen, so der Sprecher.

Bereits seit Frühjahr 2017 bietet die Bank auch schon einen Alexa-Skill, der Kursabfragen ermöglicht, im Herbst vergangenen Jahres folgte die gleiche Fähigkeit für den Google Assistant. In der eigenen Comdirect-App lassen sich bereits seit Anfang des Jahres Überweisungen per Sprache eingeben. "Bei Bankgeschäften wird die Nutzung von Sprachsteuerung schon allein aus Bequemlichkeit weiter zunehmen“, ist man sich bei der Comdirect sicher.

Andere Banken sind auch schon auf den langsam losrollenden Zug des Sprach-Bankings aufgesprungen, bieten aber noch nicht den gleichen Umfang an Funktionen: Bei der Volksbank verweist man etwa auf den seit April angebotenen Alexa-Skill, der bislang aber nur allgemeine Fragen etwa zu Angeboten oder Öffnungszeiten von Filialen beantworten kann. Das soll aber noch weiter ausgebaut werden. Die Sparkassen bereiten ebenfalls einen Alexa-Skill vor, wie die FAZ schreibt. Laut Bericht bieten einige Sparkassen seit kurzem auch eine Anwendung an, um über den Google Assistant Kontostände abzufragen.

Noch keinen großen Handlungsbedarf sieht offenbar die Commerzbank. Man beobachte die Entwicklung aufmerksam, sehe den Markt aber noch in einer frühen Phase, erklärte ein Sprecher gegenüber heise online.

[UPDATE, 26.07.2018, 17:00]

Weitere Auskünfte von Comdirect zum Verbleib der Daten wurden ergänzt. (axk)