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Comeback eines Klassikers: Neues vom Amiga

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Nachdem die Firma Amiga im April auf der Messe Amiga2000 in St. Louis ein neues Multimedia-Betriebssystem in Verbindung mit einem passenden PC präsentierte, sind in den letzten Monaten etliche Entwicklungs- und Distributions-Kooperationen geschlossen worden. Sie sollen den gleichnamigen Computer wie Phönix aus der Asche emporsteigen lassen. Wie schon aus alten Amiga-Zeiten bekannt, lesen sich die Mitteilungen sehr euphorisch, die wirkliche Einführung der neuen Geräte läßt allerdings noch immer auf sich warten.

Das Compuquick Media Center und Software Hut haben sich bereit erklärt, die neue Hardware sowie das bereits erhältliche Software Development Kit (SDK) in Amerika zu vertreiben. Für den europäischen Markt ist die Kooperation mit der Eyetech Group sicherlich interessanter: Sie organisieren den Vertrieb in England und Irland und haben mit dem EZTower Mk5 die erste Entwicklungshardware im Angebot. Der in einem PC-Tower-Gehäuse untergebrachte Rechner kombiniert einen kompletten Amiga 1200 mit einem PC der Pentium-Klasse. Beide Rechner sind eigenständig nutzbar, im Normalbetrieb soll die AMD-K6-CPU allerdings nur als eine Art Co-Prozessor für den Amiga dienen, der diese Hilfe wohl auch nötig hat. Er ist immer noch mit einem Motorola 68020 ausgestattet, der den Anforderungen moderner Applikationen nicht mehr ohne weiteres entsprechen dürfte.

Das Amiga-SDK kann man inzwischen online von diversen Anbietern auf der Amiga-Homepage bestellen, unter anderem auch bei einigen deutschen Händlern. Die angekündigte Java-Unterstützung ist mittlerweile integriert und von Sun nach ausgiebigen Tests zertifiziert worden. Neben den Entwicklungswerkzeugen enthält das SDK auch das Amiga Operating Environment für Linux, in dem aktuelle und zukünftige Amiga-Applikationen gestartet werden können. Die Kompatibilität zu älteren Software-Titeln soll durch eine Software-Emulation erreicht werden. Aber auch Besitzer eines Amiga Classic sollen das neue System nutzen können: Nach Auskunft eines Amiga-Mitarbeiters könnten Besitzer eines alten Amiga das Betriebssystem mit einer PowerPC-Karte auf ihrem Rechner nutzen.

Den Kern des Next Generation Amiga bildet ein virtueller Prozessor – der Amiga Foundation Layer (AFL). Die für diesen Prozessor in der Assembler-artigen Sprache VP geschriebenen Programme werden zunächst auf dem Rechner des Entwicklers in Zwischendateien übersetzt. Auf dem Rechner des Anwenders werden sie dann durch die jeweilige Portierung des AFL in den Maschinencode des verwendeten Prozessors übersetzt und nativ ausgeführt. Dadurch sollen die Applikationen genauso schnell laufen wie direkt für eine bestimmte Plattform entwickelte Software. Amiga plant, eine breite Basis von Prozessoren zu unterstützen, unter anderem den x86, PowerPC, AMD, MIPS, ARM und SH4. (mst)