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Commerzbank durchforstet Kundendaten nach Geschäftschancen

Datenschutz wird in Deutschland großgeschrieben. Die Commerzbank wagt sich auf ein sensibles Feld und wertet Kundendaten gezielter aus. Das soll den Kunden dienen. Sorgen müsse sich keiner machen, versichert das Institut.

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(Bild: Commerzbank)

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Die Commerzbank will Kundendaten künftig genauer nach Geschäftsmöglichkeiten durchforsten. "Wir wollen unseren Kunden künftig passgenauere Angebote machen. Dazu müssen wir die Daten, die wir haben, besser nutzen", sagte der Bereichsvorstand für das Privatkundengeschäft der Bank, Michael Mandel, der dpa in Frankfurt. "Früher hatten wir Produkte und haben dazu die passenden Kunden gesucht. Das drehen wir jetzt um."

Wer sich als Kunde oder Interessent im Online-Angebot der Commerzbank umsieht und sich dort identifiziert, dem kann das Geldhaus künftig individuell gestaltete Seiten liefern – etwa weil sich jemand gerade für eine Baufinanzierung interessiert oder für eine Fondsanlage.

Dabei gehe es um Service, nicht um den gläsernen Kunden, versicherte Mandel: "Wir halten die Datenschutzbestimmungen sklavisch ein." Mandel betonte: "Wir sind keine amerikanische Datenkrake. Das werden wir auch nicht werden. Dass wir aber Daten, die wir haben, intelligenter nutzen, erwarten Kunden von uns."

Besser vernetzen will Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus zudem seine verschiedenen Kanäle – von der Filiale, über die Beratung am Telefon bis zu Internet und mobilen Services. "Ziel ist, dass es keine Prozess-Brüche mehr gibt und das möglichst alles digitalisiert ist", sagte Mandel. Dafür baut der Dax-Konzern eine sogenannte Cross-Channel-Plattform.

Bis dort alle Produkte integriert seien, werde es drei bis vier Jahre dauern. "Beginnen wollen wir 2016", sagte Mandel. "In einem ersten Schritt wollen wir die Zahl unserer Produkte auf rund 250 halbieren. Die Kunden werden das aber nicht merken, weil wir zum Teil Produktdubletten haben oder auch noch historische Angebote aus der Dresdner-Bank-Zeit." (mho)