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Computer spielen im Schulunterricht oftmals keine Rolle

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In weiterführenden deutschen Schulen werden digitale Medien nur sporadisch eingesetzt. Das ergab eine repräsentative Befragung (PDF-Datei) von 500 Lehrkräften, die das Institut Aris im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitkom durchführte. Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer forderte bei der Vorstellung der Studie am Montag eine bessere technische Ausstattung der Schulen, mehr Fortbildungsangebote für Lehrer sowie ein Gesamtkonzept zur Einbindung digitaler Medien in den Unterricht.

Der Befragung zufolge unterrichten gegenwärtig nur 23 Prozent der Lehrer mehrmals wöchentlich mit Hilfe von digitalen Medien, während 40 Prozent der Lehrkräfte gar nicht oder nur selten (weniger als einmal pro Woche) den Computer im Unterricht einsetzen.

An Gymnasien wird nahezu doppelt so häufig regelmäßig mit Computern gelernt wie in Haupt- und Gesamtschulen (31 Prozent zu 17 beziehungsweise 16 Prozent). Lehrer nutzen Computer besonders häufig dazu, um ihre Schüler im Internet recherchieren zu lassen (88 Prozent) und um Lernergebnisse zu präsentieren (83 Prozent). In Sprachfächern wird zudem viel mit Vokabel- und Rechtschreibtrainern gearbeitet (78 Prozent).

Die überwiegende Zahl der befragten Lehrer fühlt sich nicht ausreichend für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht ausgebildet. 90 Prozent der befragten Lehrkräfte forderten einen Ausbau der Qualifizierungsangebote für Lehrer. Knapp die Hälfte gab an, innerhalb der letzten drei Jahre an mindestens einer Schulung teilgenommen zu haben.

Jüngere Lehrkräfte ließen sich deutlich häufiger weiterbilden als Lehrer über 50 Jahren, von denen 69 Prozent in den letzten drei Jahren keine Weiterbildung zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht besuchte. Gleichzeitig äußerten sich 38 Prozent der Lehrer in dieser Altersgruppe unzufrieden mit den technischen Voraussetzungen an ihrer Schule, während lediglich 25 Prozent der befragten Lehrer unter 40 Jahren die Voraussetzungen als schlecht oder sehr schlecht beurteilte.

Die noch uneinheitliche und häufig nur sporadische Nutzung digitaler Medien im Unterricht steht in Diskrepanz zur Lebenswirklichkeit von Jugendlichen außerhalb der Schule. 98 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren sind im Internet unterwegs, über 60 Prozent mindestens einmal am Tag. (jh)

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