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Computerkriminelle verwenden immer raffiniertere Methoden

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Mit immer mehr Raffinesse spähen Computerkriminelle sensible Daten von Bürgern aus. Wie die deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet hat das Bundeskriminalamt (BKA) festgestellt, dass es die Täter im Internet vermehrt auf vollständige digitale Indentitäten abgesehen haben, zu denen sie immer neue Möglichkeiten des Missbrauchs suchen. Das BKA deshalb rät Computernutzern zur peniblen Trennung zwischen Internet-Surfen und sensiblen Vorgängen wie etwa dem Führen von Online-Konten: "Am besten benutzen Sie zwei voneinander getrennte Betriebssysteme – eines fürs Online-Banking und ein anderes fürs Surfen", äußerte sich BKA-Chef Ziercke gegenüber dpa. Beim Geldabheben solle man den Türöffner möglichst mit einer anderen Karte bedienen als den Geldautomaten.

Ziercke begründete das mit den immer raffinierteren Methoden Krimineller, Heimcomputer mit Trojanern zu infizieren. Diese Schadprogramme lieferten den Tätern Zugangsdaten jeder Art: Alle Arten von Zugangsdaten könnten illegal abgegriffen und – wie ein Personalausweis – missbräuchlich verwendet werden, so der BKA-Chef. Es könne schon reichen, wenn ein Täter eine E-Mail mit einer Reisebuchung mitliest. Er hätte dann Anhaltspunkte dafür, wann er ungestört einbrechen kann. Dass deutsche Banken inzwischen fast flächendeckend ihre Online-Konten mit iTANs (indizierte TAN-Listen) sicherten, habe das Geschäft der Kriminellen zwar erschwert, aber nicht unterbunden.

Zur Bekämpfung dieser Delikte ist die Polizei nach Zierckes Darstellung auf die Vorratsdatenspeicherung angewiesen. Die IP- Adresse sei oftmals die einzige Spur zu den Tätern. Wenn die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg habe und das BKA diese Daten nicht mehr bekommen könnten, sei das für die Ermittler das Ende. (dpa) / (dpa) / (pen)

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