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Computerpionier Heinz Billing ist tot

Der Physiker Heinz Billing hat mit seiner Forschung auf vielen Gebieten Pionierarbeit geleistet. In der vergangenen Woche starb er im Alter von 102 Jahren in Garching bei München.

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Computerpionier Heinz Billing ist tot

Heinz Billing (links) mit Konrad Zuse (Mitte) 1991 auf der Systems in München.

(Bild: Wikipedia / Abubiju)

Heinz Billing, Physiker und Pionier der Datenverarbeitung in Deutschland, ist tot. Er sei am Mittwoch in Garching bei München im Alter von 102 Jahren verstorben, teilten Angehörige der Deutschen Presse-Agentur am heutigen Sonntag mit.

Billing hatte unter anderem am Max-Planck-Institut für Physik in Göttingen den ersten deutschen Elektronenrechner G1 entwickelt, der für astronomische Berechnungen eingesetzt wurde. Seit Anfang der 1970er Jahre befasste er sich auch mit der Erforschung von Gravitationswellen, die lange Zeit als nicht nachweisbar galten. Billings Experimente auf diesem Gebiet führten nach seiner Emeritierung zum Bau von Gravitationswellen-Detektoren. Dass diese Wellen 2016 erstmals direkt beobachtet wurden, kürte das US-Fachjournal Science erst kürzlich zum wissenschaftlichen Durchbruch des vergangenen Jahres.

Der in Salzwedel geborene Billing erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst. Zu Billings Wegbegleitern und Förderern zählten der Ingenieur Konrad Zuse und der Physiker Werner Heisenberg.

Billing konstruierte etliche elektronische Rechenmaschinen, die von Astronomen und Astrophysikern benutzt wurden. Zu seinen Erfindungen zählt auch die Entwicklung eines Magnettrommelspeichers, für die er 1987 als erster die Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik erhielt. Eine etwas ausführlichere Würdigung seines Werks findet sich in der ho-Meldung zum 100. Geburtstag des Computerpioniers. (dpa) / (dwi)

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